Ganze vier Monate ist meine Rektusdiastase Op mit Bauchdeckenstraffung her und damit höchste Zeit für ein kleines Update: Ist alles gut verheilt? Habe ich noch Schmerzen? Wie sieht das Endergebnis aus? Habe ich es bereut?

Bevor ich allerdings näher auf all diese Fragen eingehe, möchte ich mich erst einmal bedanken! Bei Euch allen: DANKE für die zahlreichen, lieben und mutmachenden Kommentare. DANKE für die Anteilnahme, das positive Feedback und DANKE für die vielen persönlichen Nachrichten, die vielen Nachfragen und das Teilen eurer eigenen Leidensgeschichten!

DANKE!

Genesung nach Rektusdiastase Operation und Bauchdeckenstraffung

So, jetzt aber Butta bei die Fische: Wie erging es mir nach der Rektusdiastase Operation? Der letzte Bericht ging vier Wochen nach der Op online – ich knüpfe einfach mal an dieser Stelle an.

Mit Bauchgurt nervt, ohne gehts aber auch nicht

Die ersten Tage und Wochen nach der Abdominoplastik waren schmerztechnisch echt kein Zuckerschlecken. Das will ich gar nicht schönreden. Und letztendlich half hier nur Ruhe und ertragen.

Nach drei, vier Wochen waren die Schmerzen zwar erträglich, dafür fing das Mieder langsam an zu nerven. Es juckte, es kratzte, es pikste. Es zu tragen wurde zur Geduldsprobe, es abzunehmen kam jedoch auch nicht in Frage.

Meine größte Angst dabei war nämlich, ob das bis dato doch sehr vielversprechend flachbauchige Ergebnis tatsächlich nachhaltig sein würde: Was passiert, wenn ich den Bauchgurt nicht mehr trage? Wieviel Zug halten die Fäden, die meine Bauchmuskulatur zusammenhalten, tatsächlich aus?

Vor meinem inneren Auge stellte ich mir immer wieder das Worst-Case Szenario vor: Beim ersten Hochheben des Kindes ohne Mieder bersten die Nähte und der Bauch springt wieder nach außen zurück!

Pop, pop, pop, wie im Cartoon. Alles wäre umsonst gewesen, der Traum vom flachen Bauch zerplatzt wie eine Seifenblase.

Nachdem die offizielle Mieder-Trage-Zeit von sechs Wochen vorüber war, entschied ich deshalb, mich ganz langsam davon zu entwöhnen. Zunächst legte ich den Bauchgurt nur nachts ab. Dann ließ ich es an den Tagen weg, an denen ich wenig körperliche Anstrengung erwartete. Und in der ganzen Zeit horchte ich in mich hinein (und kontrollierte im Spiegel), ob sich noch alles stabil anfühlte und auch so aussah.

Erst als ich mich wirklich wohl und sicher fühlte, ließ ich das Mieder nach circa acht Wochen komplett weg.

Die nagende Angst vor chronischen Schmerzen

„Ich rate ihnen dringend von dieser Operation ab. Es gibt noch keine Studien zu den langfristigen Auswirkungen! Sie könnten durch die innere Naht chronische Schmerzen entwickeln…“

Das Statement meines Allgemeinchirurgen zum Thema Rektusdiastase OP traf genau den Kern meiner Angst: Würde ich ein rein kosmetisches Problem etwa durch ein medizinisches ersetzen? Der Gedanke, durch den Eingriff lange Jahre mit Schmerzen und anderen Komplikationen leben zu müssen, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Dementsprechend war ich sehr angespannt, wie gut die Wunde insgesamt verheilen würde. Nach Ablauf der sechswöchigen „offiziellen“ Genesungszeit war ich auf der einen Seite froh, dass ich keine größeren Schmerzen hatte und mich gut bewegen konnte. Auf der anderen Seite sorgte ich mich, ob das letzte Ziepen und Ziehen auch tatsächlich irgendwann vollständig verschwinden würde.

Einen Monat später konnte ich zum Glück auch diese Ängste ad acta legen. Ich fühlte mich super und hatte auch bei anstrengenderen Tätigkeiten wie Großeinkauf oder Sport keine Schmerzen mehr.

Zur gleichen Zeit stand auch der Kontrolltermin beim operierenden Chirurgen an, der mich zusätzlich beruhigte. Alles sei sehr schön verheilt und wieder stabil. Ich durfte nun auch wieder jeden Sport betreiben, inklusive Bauchtraining. Ein gelegentliches Ziepen sei auch normal. Das Gewebe – vor allem im Narbenbereich – sei stellenweise noch verklebt und müsse sich erst wieder lösen und lockern.

„So eine große Operation verzeiht einem der Körper nicht so schnell. Es dauert bis zu einem Jahr, bis wirklich alles vollständig ausgeheilt ist.“

Die Sache mit dem Sport

In den ersten sechs Wochen nach der Operation ist Ruhe angesagt. Danach wollte ich jedoch wieder langsam anfangen, Sport zu treiben. Zunächst war es mir wichtig, vor allem meine Rumpfmuskulatur zu stärken, die ich in den letzten Monaten natürlich vollkommen vernachlässigt hatte.

Aufgrund all der noch bestehenden Ängste und auch wegen der Restschmerzen ging ich „Projekt Sport“ sehr langsam an. Angefangen habe ich mit einfachen Rektusdiastase geeigneten Übungen. Abhängig von meinem Körpergefühl, der Muskulaturermüdung und den Restschmerzen habe ich das Training langsam intensiviert.

Beim ganzen Thema Sport ist es wichtig darauf zu achten, welche Signale dir dein Körper vermittelt. Sich durch ein Training zu quälen, ist an dieser Stelle fehl am Platz.  Ich habe die Intensität und Häufigkeit der Übungen einfach daran festgemacht, ob sie mir gut taten. Gingen die Schmerzen über ein Ziepen hinaus oder fühlte ich mich insgesamt einfach unwohl und schlapp, hörte ich für diesen Tag einfach auf.

Nach etwa drei Monaten habe ich mich wieder insgesamt so stabil und fit gefühlt, dass ich mir wieder jeden Sport zutraute.

Die Narbe – einen Tod muss man wohl sterben

Durch die Schließung des Diastasespalts ist mein Bauch nun wieder schön flach. Was bleibt, ist natürlich die Narbe von Hüftknochen zu Hüftknochen in der – sagen wir mal – großräumigen Bikinizone.

Narbe Bauch vier Monate nach Rektusdiastase OP und Bauchdeckenstraffung

Narbe nach Rektusdiastase Op mit Bauchdeckenstraffung

Nun, irgendeinen Tod müssen wir wohl sterben.

Für mich ist die Narbe eindeutig das deutlich (deutlich!) kleinere Übel. Entscheiden muss das aber jeder für sich selbst.

Aktuell ist die Narbe noch sehr ausgeprägt. Ich gehe allerding davon aus, dass sie im Laufe der Zeit noch viel heller und unscheinbarer wird. Laut meiner Recherchen verbessert eine regelmäßige Pflege das Narbenbild. Dementsprechend bin schon fleißig am schmieren 😉

An den Narbenenden habe ich auch noch so kleine Höckerchen. Laut Chirurg entstehen diese durch eine spezielle Nähtechnik, die verhindert, dass sich die Narbe zu stark auseinanderzieht. Mit fortschreitender Regeneration würden diese Höckerchen kleiner werden.

Nach einem Jahr kann das eventuell noch abstehende Restgewebe mit einem kleinen, unter örtlicher Betäubung stattfindenden Eingriff noch entfernt werden.

Narbe Hörnchen nach Recktusdiastase OP und Bauchdeckenstraffung

Kleine Höckerchen können nach einem Jahr korrigiert werden

Neuer Bauch – neues Lebensgefühl?

Jaaa, ja, yippieh, juhuu… Worte vermögen kaum zu beschreiben, wie glücklich ich mit meinem neuen, flachen Bauch und dem damit verbundenen Körpergefühl bin! Ich bin mit dem Ergebnis rundum zufrieden und habe die Operation noch keine Sekunde lang bereut!

Das Vorher-Nachher Bild ist aber auch einfach der Wahnsinn!

Ergebnis 4 Monate nach Rektusdiastase OP plus Bauchdeckenstraffung

Rektusdiastase Op: Vorher-Nachher-Bild

Vorbei die Zeiten, in denen ich argwöhnisch in den Spiegel schaute; die Zeiten des Bauch kaschierens, des Schämens und der Unsicherheit. Vorbei die Zeiten, in denen mir jeder Zweite zu meiner erneuten Schwangerschaft gratulierte.

Letzter Akt: Mich hat nach meiner OP tatsächlich noch jemand gefragt, wo denn das neue Baby sei…

Und auch wenn das übertrieben klingt: Endlich habe ich wieder Spaß am Leben, am unterwegs sein. Ich zeige mich wieder gerne, habe wieder Freude an Mode und all den anderen „oberflächlichen“ Dingen des Lebens. Es macht mich glücklich. Und das ist doch, worum es eigentlich immer ging. Worum es uns allen geht: wieder zufrieden sein, uns wohl in unserem Körper fühlen, glücklich zu sein.

Ich bin glücklich 🙂

Silvia

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