//Rektusdiastase Diagnose und Behandlung oder: wo geht’s hier zum Experten?

Rektusdiastase Diagnose und Behandlung oder: wo geht’s hier zum Experten?

Leider bin ich eine von denjenigen, die nicht das Glück hatten, dass ihr Körper nach der Schwangerschaft wieder auf die Ausgangssituation zurück hüpfte.

Nein, leider nicht.

Neben den allseits beliebten Schwangerschaftsstreifen (mit denen ich mich ja noch abfinden könnte) laufe ich seit der Geburt Piccolos mit einem Dauerschwangerschaftsbauch herum. Der medizinische Ausdruck dafür ist Rektusdiastase.

Ich habe schon spezielle Diastase-Programme durchlaufen, um diesen Bauch wegzubekommen. Leider ohne nachhaltigen Erfolg.

Mit diesem Mamakörper möchte ich mich aber nicht abfinden. Deswegen habe ich mir erneut selbst in den Arsch getreten und mir professionelle Hilfe bei einem Arzt gesucht. Zum einen um festzustellen, ob nun tatsächlich eine Rektusdiastase vorliegt (bis dato habe ich mich dazu mittels Tastprobe nur selbst diagnostiziert) und zum anderen um abzuklären, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. So ganz offiziell.

Naja, ich habe zumindest versucht, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nach einem Vier-Ärzte-Marathon musste ich aber leider feststellen, dass sich

a) nicht jeder Arzt auskennt,

b) es als Erkrankung nicht unbedingt ernst genommen wird und auch

c) jeder Arzt seine ganz eigene Meinung dazu hat.

Aber alles der Reihe nach. Fangen wir doch von vorne an. Bei meiner Gynäkologin:

Vielen Dank fürs Gespräch !?!

Auf meiner Suche nach ärztlicher Hilfe schien mir meine Frauenärztin eine gute erste Anlaufstelle zu sein. Schließlich ist dieser Dauerbabybauch eine Nachwirkung meiner Schwangerschaft und gehört damit ja irgendwie zu dieser ganzen Frauenkörper-Kindergebären-Sache dazu.

Nun, erst einmal musste ich viel Geduld aufbringen, denn ich durfte ganze sechs Wochen auf einen Termin warten. Schließlich habe ich keine akuten Beschwerden. Die leichte Übelkeit, die in mir jedes Mal aufsteigt, wenn ich auf meine vermeintliche Schwangerschaft angesprochen werde, zählt hier natürlich nicht.

Aber gut. Schließlich war Tag X gekommen und ich freute mich darauf, dass es jetzt irgendwie weiter gehen würde. In welcher Form auch immer.

Als ich meine Ärztin dann im Besprechungsraum auf meine Bauchsituation ansprach, passierte jedoch etwas, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte. Ja, es passierte etwas, dass mir glatt die Sprache verschlagen ließ:

Sie grinste mich süffisant an und meinte: „Na, da hilft nur viel Sport und weniger essen!“

Ooookay… danke für diese professionelle Meinung?

Erst als ich ihr von meinen eigenen Recherchen bezüglich Rektusdiastasen berichtete und sie dann schließlich meinen Bauch auch in voller Pracht im Untesuchungsraum selbst einmal sah, lenkte sie ein.

„Ja, Sie haben recht. Das könnte tatsächlich eine Diastase sein. Außerdem wölbt sich Ihr Bauchnabel nach außen. Das deutet auch auf einen Bauchnabelbruch hin.“

Sagt’s und überweist mich zu einem Chirurgen. Sie könne da nichts machen.

Na vielen Dank! Das hätte ich mir auch sparen können.

Ich machte also einen Termin beim Allgemeinchirurgen. Acht Wochen Wartezeit. Schließlich habe ich ja keine akuten Beschwerden…

Intermezzo Eins beim plastischen Chirurgen

Um alle Möglichkeiten und Meinungen auszuloten machte ich parallel zum Allgemeinchirurgen auch gleich Beratungstermine bei zwei plastischen Chirurgen aus. Schadet ja nicht, dachte ich.

In der Privatklinik von Schönheitschirurg Nummer Eins war natürlich alles chic und sehr professionell. Vor meinem Beratungsgespräch füllte ich einen ausführlichen Fragebogen zu meiner Vorgeschichte aus. Danach wurde ich (pünktlichst) vom Chirurgen empfangen.

Dieser Chirurg sah schon auf 100 Meter, worum es geht. Eine kurze Tastuntersuchung bestätigte ihm auch seinen ersten Eindruck, dass bei mir eine Rektusdiastase vorliegt plus ein kleiner Bauchnabelbruch. Er schildertet mir das medizinische Krankheitsbild und erklärte mir die operative Vorgehensweise, den Diastasespalt zu schließen. Einfach ausgedrückt, werden die Bauchmuskeln wieder zusammengezogen bzw. sie werden zusammen genäht. Der Bauchnabelbruch wird gleich mitversorgt. Außerdem beinhaltet der Eingriff gleichzeitig die Straffung der Bauchdecke, so dass am Ende ein schönes Gesamtbild entsteht. Flach und glatt.

Yeah!

Und dann erzählte er mir vom sechswöchigen Heilungsprozess, den Risiken und den Kosten.

Nicht ganz so yeah…

Die Beratung kostete glatt mal 30 Euro. Aber gut. Privat heißt wohl privat. Falls ich mich zu einer Operation entschließe, würde dieser Betrag aber gegengerechnet werden. Nichtsdestotrotz ging ich positiv aus diesem Termin mit dem Wissen, dass meine Diastase gerichtet werden kann. Ich muss mein Lebtag nicht scheinschwanger herumlaufen.

Und wer weiß, vielleicht gibt es auch noch andere Möglichkeiten. Ich hatte ja noch zwei Artztermine vor mir.

Intermezzo Zwei oder: Was hat der denn geraucht?

Für Schönheitschirurg Nummer Zwei war die Sache ebenfalls klar: „Haben Sie viel abgenommen?“ (Naja, irgendwie ja schon; so 4 kg über Nacht) „Sie haben einen riesigen Bauchnabelbruch, der muss zuerst versorgt werden. Ich operiere so etwas aber nicht. Aber Sie können da zu jedem anderen Chirurgen gehen. Danach ist Ihr Bauch schon wesentlich kleiner“.

Dabei drückte er mir den Bauchnabel bis zur Wirbelsäule durch (ja, das tat weh), um mir den Effekt zu zeigen.

„Wenn der Bauchnabelbruch ausgeheilt ist, können Sie gerne wieder kommen. Wir können dann eine Fettabsaugung machen. Auch an den Flanken (ja, er hat tatsächlich Flanken gesagt). Und danach brauchen sie eine Hautkompression. Wobei diese wahrscheinlich nicht ausreicht für ein schönes Ergebnis. Dann müssen wir den Bauch gegebenenfalls noch straffen!“

WHAT THE F* ??!!?? Wieso legen wir nicht noch ein, zwei Größen Oberweite drauf, wenn wir schon dabei sind?

Er übergab mir noch einen Brief für meinen Hausarzt bezüglich des Bauchnabelbruches und schickte mich meiner Wege. Ich war keine zehn Minuten bei ihm.

Dass ich nach diesem Termin baff war, brauche ich dir nicht zu erzählen. Ich zweifelte etwas an der Kompetenz des Chirurgen, obwohl er laut Kundenmeinungen im Internet (denn leider hat man ja auch nichts anderes) gut bewertet ist. Wahrscheinlich ist ‚Bauch nach Schwangerschaft‘ einfach nicht sein Steckenpferd…

Bloß nicht! Aber natürlich ist das meine Entscheidung…

Zuletzt stand noch der aus der Überweisung meiner Frauenärztin entstandene Gang zum Allgemeinchirurgen an. Von ihm erhoffte ich mir noch einen alternativen Ansatz. Schließlich verdiente er an unseren Schönheitsidealen kein Geld.

Nach drei Stunden Wartezeit – da waren ja schließlich Patienten mit echten Schmerzen… – kam ich schließlich dran. Nach kurzem Vorgespräch machte dieser Arzt dafür dann aber als einziger eine Ultraschalluntersuchung, um zweifelsfrei das Vorliegen und den Grad der Rektusdiastase bestimmen zu können.

Und ja, ich habe ganz offiziell einen Bauchspalt und einen Nabelbrauch. Einen ganz kleinen Nabelbruch (Gruß an Chirurg Nummer Zwei).

Den Nabelbruch empfohl er mir in absehbarer Zeit versorgen zu lassen. Bei mir wäre das nur ein kleiner Eingriff. Am vorstehenden Bauch würde dies allerdings nichts ändern. Von einer operativen Korrektur der Diastase hielt er allerdings nicht viel. Zum einen, weil keine medizinische Notwendigkeit vorliegt und zum anderen, weil es noch keine Langzeitstudien bzw. keine großen Erfahrungswerte zu diesen Operationen gibt. Wer weiß, was solch ein Eingriff alles für Beschwerden nach sich zieht? Wenn ich seine Schwester wäre, würde er mir dringend davon abraten.

Aber natürlich sei das meine Entscheidung.

Alternativ solle ich doch lieber ein Mieder tragen, viel Sport machen und abnehmen. Vielleicht verbessert sich dadurch das Bauchbild…

Na toll!

Die Qual der Wahl

Nach diesen Arztterminen war ich verständlicherweise vollkommen verunsichert. Was sollte ich nun tun?

Auf der einen Seite möchte ich natürlich kein rein kosmetisches Problem mit einem köperlichen austauschen. Würde ich vielleicht durch die Operation ein Leben lang in meinen Aktivitäten eingeschränkt sein? Vielleicht auch chronische Schmerzen oder andere Beschwerden haben? Nach der Aussage des plastischen Chirurgen Nummer Eins gibt es nach der Genesungsphase keine Einschränkungen aus der Korrektur der Rektusdiastase. Aber Risiken gibt es natürlich immer und er verdient ja auch sein Geld mit solchen Eingriffen.

Auf der anderen Seite möchte ich wirklich nicht mein Lebtag mit diesem Schwangerschaftsbauch herumlaufen. Viel Sport und allgemeines Abnehmen würden das Gesamtbild sicherlich verbessern. Nach dem MuTu-Programm war es ja auch schon einmal besser. Geheilt wurde meine Diastase aber nicht. Wie lange würde ich es durchhalten, mehrmals die Woche Sport zu machen. Vor allem den richtigen Sport zu machen, mit immer den gleichen Übungen. Ein Jahr? Zehn Jahre?

Und abnehmen? Ich trage Größe 36. Wo soll da die Reise bitte hingehen? Soll ich mich herunterhungern, bis auch das letzte Gramm Fett an mir verschwunden ist und somit der Diastase-Bauch eine annehmbare Größe hat?

Ganz ehrlich? So möchte ich nicht leben. Mich ständig kasteien müssen, Kalorien zählen und in jeder freien Minute dann Bauchübungen machen. Und das in Endlosschleife. Ich möchte mich nicht ständig mit mir selbst beschäftigen. Mit meinem Aussehen. Es einfach lassen, kann ich es aber auch nicht. Das haben mich die letzten zwei Jahre seit Piccolos Geburt gelehrt.

Der Allgemeinchirurg rät mir von einer OP ab. Denn die (Langzeit-) Konsequenzen sind nicht klar. Ich verstehe ihn. Aber er muss damit ja auch nicht leben. ICH muss damit leben.

Eine Alternative zu einem operativen Eingriff hatte mir übrigens kein Arzt gegeben. Außer abzuspecken. Dabei können nach meinen eigenen Recherchen physiotherapeuthische Maßnahmen durchaus die Rektusdiastase vermindern. Ich hätte wahrscheinlich aktiv danach fragen müssen. Oder es war einfach keinem der Ärzte klar, dass es spezielle Physiotherapien bzw. spezielle Diastase-Programme überhaupt gibt.  Dadurch bestätigt sich wiederum meine Vermutung, dass, wenn du dir nicht selbst hilfst, es keiner tut!

Wie auch immer. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen, die Rektusdiastase chirurgisch korrigieren zu lassen. Bei Schönheitschirurg Nummer Eins. Der Termin ist in ein paar Wochen. Habe ich Angst? Oh ja! Aber ich habe noch mehr Hoffnung, dass ich damit mein Selbstbild und auch mein Leben wieder in eine positivere und zufriedenere Bahn lenken kann. Und das ist mir das Risiko wert.

To be continued…

Silvia

2018-03-18T13:40:13+00:00 Kategorien: Mamaleben|Tags: , |

17 Kommentare

  1. Wow, das ist krass. Ich habe deswegen auch einen Schönheitschirugen befragt, aber als mir dann gesagt wurde, wie die OP durchgeführt wird, bin ich ausgestiegen. Zu den Kosten kamen wir gar nicht erst. Aber ich denke, das ist locker im fünfstelligen Bereich, oder?

    Meine Physiotherapeutin hat mir schließlich ein paar Übungen genannt, die helfen sollen, den Spalt zu schließen, aber der innere Schweinehund ist meistens stärker.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg für Deine OP. Das wird sicher kein leichter Eingriff!

    Liebe Grüße
    Nadine

    • Silvia 9. Oktober 2017 um 20:40 Uhr - Antworten

      Hallo Nadine,

      Nein, es ist kein kleiner Eingriff und die Kosten belaufen sich im mittleren vierstelligen Bereich (wobei dies wahrscheinlich sehr variabel ist von Arzt zu Arzt). Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und natürlich in den letzten zwei Jahren versucht mit verschiedenen Programmen und Übungen die Diastase zu schließen. Nur eben leider ohne nachhaltigen Erfolg.

      Vielen Dank für deinen Glückwünsche. Ich bin guter Hoffnung dass alles gut verläuft!

      LG Silvia

  2. Nadine 9. Oktober 2017 um 14:18 Uhr - Antworten

    Liebe Silvia,
    nach Deinem letzten Beitrag dazu war ich sehr gespannt, was weiter passiert… Und ob Du andere Erfahrungen mit „Deinen“ Ärzten machst als ich. Hier scheinen aber wohl alle ähnlich unterwegs zu sein. Meine Gynäkologin war zumindest etwas einfühlsamer, riet mir unter anderem zu Cantienica. Die Hausärztin war ebenfalls noch sehr bemüht, aber ahnungslos. Für den Chirurgen war meine RD nicht ausgeprägt genug um eine OP für lohnenswert zu erachten, der fühlte sich durch meinen Besuch offensichtlich gelangweilt bis beleidigt. Die Gastroenterologin behauptete lediglich, dass Verdauungsprobleme und RD nicht zusammenhängen können – ich persönlich bin überzeugt, dass das Gegenteil der Fall ist, aber hätte sie mir dies zugestanden, dann wäre vermutlich auch bei ihr offensichtlich geworden, dass sie keinen Behandlungsansatz dafür hat. Zurück auf Anfang also, aber im Gegensatz zu Dir kann ich mich mit einem operativen Eingriff ohnehin nicht anfreunden und versuche weiter irgendwie damit klar zu kommen. Da ich noch ein Kind möchte, bleibt mir vorerst ohnehin nur die Sportvariante. Auch die Physiotherapie nach Angela Heller schien mal ein Ansatz zu sein, aber sowohl Physiotherapeutin als auch Osteopathin mit Physio-Ausbildung haben hier abgelehnt. MuTu mache ich auch und sehe das gleiche Problem: so lange man es tut, wird alles besser, aber lässt die Disziplin nach, wird die RD wieder offensichtlicher. Andererseits, man sollte ja regelmäßig Sport machen, dann muss es halt DAS sein und gut. Klingt nach Resignation, oder?! Diese ganze Nummer von wegen „mein Körper ist so toll, weil er ein Kind hervor gebracht hat und das darf man auch sehen“ kann ich jedenfalls auch nicht mehr hören und würde mich niemals so äußern. Meines Erachtens ist das auch nur eine spezielle Art von Verdrängung oder Schönfärberei. Und dabei denke ich auch, dass der weibliche Körper ein absolutes Wunderwerk ist, weil er tolle kleine Menschen hervorzaubert, ABER er sieht oftmals eben nicht mehr besonders schön aus, wenn er damit fertig ist! 😉 Ich ziehe jedenfalls den Hut vor Deiner Entscheidung pro OP und wünsche Dir, dass sie wirklich und ohne negative Aspekte das bewirken kann, was Du Dir wünschst…

    • Silvia 9. Oktober 2017 um 20:59 Uhr - Antworten

      Liebe Nadine,
      das ist ja furchtbar! Aber gepaart mit meinen Erfahrungen zeigt dies eben auch, dass das Thema Rektusdiastase in der Ärztewelt vollkommen unterrepräsentiert schein. Es gibt mit Sicherheit viele ganz tolle, erfahrene und engagierte Ärzte, die sich in diesem Thema auskennen und uns Müttern helfen möchten und können. Doch leider scheint dies nicht die Regel zu sein.
      Ich war schon froh wenigsten einen Chirurgen getroffen zu haben, der mit der Rektusdiastase vertraut ist und mein Anliegen auch ernst nahm (auch wenn er als Schönheitschirurg natürlich damit sein Geld verdient).
      Aber resigniere nicht! Eine OP sollte immer die letzte Wahl sein und ist, wie du schon schreibst, erst nach Ender der Familienplanung sinnvoll. UND: Ich habe neulich erst eine ganz tolle Physiotherapeutin entdeckt/ kennen gelernt mit Rektusdiastase Online-Programm: Nicole Frank . Ich habe sie noch nicht mit in meine Programm-Liste aufgenommen (mach ich aber noch) aber ich werde ihr Programm und ihre Hilfe in der Aufbauphase nach der OP in Anspruch nehmen. Vielleicht kann sie auch dir helfen?

      Vielen Dank auch für deine gedrückten Daumen. Ich freue mich wenn du mich weiterhin auf meinem Weg begleitest 🙂

      LG Silvia

  3. Chaoshoch4 13. Oktober 2017 um 17:08 Uhr - Antworten

    Huhu,
    ich wäre auch ziemlich hin und hergerissen. Einerseits möchte man nicht ewig mit nem leeren Babybauch rumlaufen, andererseits wäre es für mich persönlich die letzte Option mich unter’s Messer zu legen.
    Ich bin gespannt was du nach deiner OP zu berichten hat.
    Liebe Grüße

    • Silvia 17. Oktober 2017 um 20:09 Uhr - Antworten

      Hallo!
      ja, ich war lange auch hin und hergerissen und habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich habe ja schon diverse andere Dinge versucht, leider eben ohne nachhaltigen Erfolg. Ich möchte dieses Thema aber endlich abschließen können – hoffentlich dann mit der OP.

      LG Silvia

  4. Carla 17. Oktober 2017 um 16:46 Uhr - Antworten

    Hallöchen,

    mein Sohn ist mittlerweile fast 7 Monate alt. In der Schwangerschaft hatte ich in den letzten Wochen den Bauch fast an den Knien hängen. Man versuchte mich zu beruhigen,dass es an der zweiten Schwangerschaft liegen würde. Allerdings musste ich auch feststellen,dass mein kleiner Sohn ein kleiner Brocken ist. Ich trage mittlerweile ebenfalls wieder die Kleidergröße 36/38.
    Durch meine Hebamme konnte ich feststellen lassen, dass meine Rectusdiastase sehr groß ist.
    Ich habe wochenlang darunter gelitten, dass ich immer noch schwanger ausgesehen habe.
    Sie hat mir dann eine andere Hebamme empfohlen, welche mittels Kinesiotapes meine Bauchmuskeln wieder zusammen geführt hat. Das hat dazu geführt, dass der Spalt von ungefähr 7 cm auf 1 cm geschrumpft ist. Vielleicht wäre das auch eine Variante. Ich bin auch zu einer Physiotherapeutin gegangen und habe ihm mein Problem erklärt. Selbst sie kannte das Tapen nicht.
    Ich bin gespannt, auf eure Erfahrung bezüglich der OP.
    Liebe Grüße Carla

    • Silvia 17. Oktober 2017 um 20:07 Uhr - Antworten

      Liebe Carla,
      Das mit dem Kinesiotapes habe ich noch nie gehört. Danke für den Tipp, muss ich gleich mal recherchieren!
      Ich bekomme leider mehr und mehr den Eindruck, dass man wirklich Glück haben muss an einen Arzt oder Physiotherapeut zu kommen, der sich mit dem Thema Rektusdiastase wenigstens ein bisschen auskennt. Ich finde das ziemlich ernüchternd und auch wirklich schlimm, denn viele Frauen haben Probleme damit. Manche wissen es vielleicht auch gar nicht und machen sich dann vielleicht sogar Vorwürfe, dass sie ihren „Babyspeck“ nicht mehr loswerden…

      Ich finde es toll, dass sich hier so viele melden zum Thema Rektusdiastase und auch Mamakörper allgemein und ihre Erfahrungen teilen!!

      Ich werde alles hier im Blog zusammentragen was es an Möglichkeiten und Hilfestellungen gibt, so dass es wenigstens eine Anlaufstelle mehr gibt, sich zu informieren.

      LG Silvia

  5. Lina 20. Oktober 2017 um 19:52 Uhr - Antworten

    Liebe Silvia,
    ich finde es sehr frustrierend, dass sich die Medizin dieses Themas und vieler anderer „Frauenleiden“ nicht annimmt und sie häufig mit einer Hemmschwelle der Peinlichkeit belastet sind. Wenn Kinder mich mit meinem leeren Babybauch fragen, erkläre ich es ihnen ganz sachlich, aber wenn Erwachsene mir mit einem sechs Wochen alten Säugling im Kinderwagen bei einem Sechs-Monats-Bauch zur Schwangerschaft gratulieren, kann ich nur den Kopf schütteln, die waren in Mathe wohl nicht so gut 😉
    Das potentielle Problem das ich bei einer OP sehe, ist dass die Folgeleiden einer Diastase (Rückenschmerzen, Beckenbodenschwäche) nicht mitbehandelt werden (können) und ihre Bekämpfung möglicherweise sogar erschwert. Nach Geburten muss Frau – leider – regelmäßig trainieren um den Körper aufrecht zu erhalten.
    In den USA gab es unlängst eine ähnliche Debatte: https://www.designmom.com/dreaded-after-baby-mom-tummy-isnt-really-thing/
    Auch dort hatte ich schon kommentiert, dass ich sehr gute Erfahrungen mit Cantienica gemacht habe – allerdings erst im zweiten Anlauf, bei einer Physiotherapeutin nach der ersten Schwangerschaft hat es wenig bis nichts gebracht, in einem professionellen Studio nach der zweiten Schwangerschaft allerdings schon. Nach jeder Übungsstunde hat sich mein Bauchumfang signifikant reduziert (ich bin grundsätzlich nicht mega schlank – Größe 42). Auch meine Verdauung hat sich dadurch verbessert, ich denke auch dass hier ein Zusammenhang besteht.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass Deine Behandlung hält was sie verspricht und freue mich über weitere Erfahrungsberichte auf Deinem Blog und in den Kommentaren!
    Gruß Lina

    • Silvia 21. Oktober 2017 um 14:40 Uhr - Antworten

      Liebe Lia,
      ich bin da vollkommen bei dir, dass zum einen die OP keine körperlichen Beschwerden aus einer Diastase heilen kann und auch, dass diese Beschwerden auf jeden Fall Vorrang zum kosmetischen Aspekt haben sollten. Sprich, zuerst muss der schwache Beckenboden o.Ä. mit geeigneter Physiotherapie behandelt werden, bevor man sich um das Aussehen Sorgen machen sollte!
      Zum Glück habe ich keinerlei körperlichen Beschwerden aus der Diastase bzw. ich habe in den letzten 1 1/2 Jahren schon viel „Physiotherapie“ in Form von Rückbildungskurs, Diastasekurs bei Gymondo und das MuTu -Programm absolviert. Nach den rückbildenden Maßnahmen war mein Bauch auch schon deutlich weniger ausgeprägt (bzw. ich war insgesamt trainierter und die anderen Muskeln haben die Diastase wahrscheinlich ein Stück weit kompensiert). Leier war es aber nie nachhaltig. Deswegen habe ich mich letztendlich zur OP entschlossen, mit dem Wissen, dass dies eine rein kosmetische Korrektur ist.
      Aber das kommt so in meinen Artikeln wahrscheinlich nicht klar genug raus. Danke hierfür, ich werde in Zukunft mehr darauf achten!

      LG Silvia

      • Lina 21. Oktober 2017 um 19:25 Uhr - Antworten

        Liebe Silvia, ich würde es eher meiner Stilldemenz und Schlaflosigkeit zuschieben, Du hast eigentlich schon recht deutlich gesagt, worum es Dir geht. Ich habe aber auch konkrete und allgemeine Anmerkungen vermischt. Allet jut also! Lina

  6. Franziska Koch 17. November 2017 um 15:40 Uhr - Antworten

    Liebe Silvia, es gibt noch den Ansatz nach Katy Bowman. Sie hat auch ein Buch dazu veröffentlicht-diastasis recti im Titel auf englisch,es finden sich aber auch viele kostenlose Artikel auf ihrem Blog nutritousmovement.com .
    Bei ihr geht es sehr darum wie man seine Rippen hält -ribs down-ist ihr cue . es hat einige Zeit gedauert bis ich das im Alltag umsetzen konnte dann hat es aber meinem Bauch und meiner Stabilität in der Körpermitte sehr geholfen.liebe Grüße franziska

    • Silvia 20. November 2017 um 9:39 Uhr - Antworten

      Liebe Franziska,
      vielen lieben Dank für deinen Tipp! Von Katy Bowman habe ich tatsächlich noch nichts gehört! Muss ich gleich mal recherchieren und ggf. mit in meine Liste aufnehmen!

      LG Silvia

  7. Dagmar 5. Dezember 2017 um 21:24 Uhr - Antworten

    Hallo liebe Silvia! Ich bin gerade zufällig auf deinen Blog gestoßen, weil ich im Netz nach Rektusdiastase recherchiert hatte… Ich hab sie seit 5 Jahren, erst heute wurde sie mir diagnostiziert (plus Nabelbruch). Ebenfalls von einem Schönheitschirurgen – mein Termin klang genau wie deiner bei Chirurg 1. Tatsächlich wurde ich erst verunsichert, als ich dann vorhin angefangen habe, danach zu googeln. Für mich war klar, dass ich die OP mache, weil ich eben seit 5 Jahren gefragt werde, ob ich schwanger bin. Und ich habe schon Beschwerden (du ja scheinbar nicht), es fühlt sich bei mir einfach an, als ob ob da vorne alles gerissen ist und das ist irgendwie unangenehm. Je nachdem was ich gegessen habe, steht der Bauch manchmal soo sehr raus, dass es einfach nur absurd ist. Fakt ist, ich werde mich auch operieren lassen, die möglichen Risiken blende ich aus. Denn ich weiß, genau wie du es beschrieben hast, dass ich damit definitiv nicht leben kann. Ich wollte dich jetzt nur mal fragen, ob du die OP schon gemacht hast, und falls ja, wie es gelaufen ist. Einen Termin hab ich leider noch keinen, mein Arzt ist wohl mega ausgebucht und muss mich irgendwo nächstes Jahr dazwischenschieben. Komisch, jetzt wo ich die Diagnose hab, würde ich es am liebsten sofort machen. Ich spüre meinen Bauch jetzt auch viel mehr – ist bestimmt was psychologisches, weil ich ja weiß, dass der Ranzen nicht mehr gehalten wird (und die Vorstellung von einem riesen Spalt von unterm Rippenbogen bis runter zum Schambein finde ich jetzt auch nicht so prickelnd…) 😉 Liebe Grüße, Dagmar
    PS: ein Tipp noch, der gar nix mit der Diastase zutun hat – überleg mal, die Farbe von diesen Kommentaren hier von hellgrau auf schwarz umzustellen, es ist nämlich echt anstrengend, ein Kommentar zu schreiben, weil man es selbst so schlecht lesen kann, was man schreibt. Soll keine Kritik sein, sondern nur ein Ratschlag! 😉
    Und: wenn ich bei Webseite unten meine Webseite eingebe, wird das Feld rot umrandet und es kommt die Info „geben Sie eine Internetadresse ein.“ Aber genau das hab ich gemacht. Keine Ahnung, warum er meine Adresse nicht akzeptiert. Meine Webseite heißt http://www.jonijonah.de.

    • Silvia 6. Dezember 2017 um 8:50 Uhr - Antworten

      Hallo Dagmar,
      ich habe die OP vor drei Wochen machen lassen. Mein Termin wäre eigentlich erst Ende Februar nächstes Jahr gewesen, bin aber wg. einer Absage noch dazwischen gerutscht. Nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte wollte ich es auch so schnell wie möglich machen lassen. Ich kann dich da sehr gut verstehen!

      Die OP ist sehr gut verlaufen und nach drei Wochen geht es mir schon wieder sehr gut. Das Ergebnis ist auch sehr schön. Endlich wieder ein flacher Bauch, bin super happy. Neben der Faszienraffung (also Schließung der Rektusdiastase) wurde ebenfalls mein Bauchnabelbruch versorgt und ich habe gleich eine Bauchdeckenstraffung bekommen – für ein schönes Gesamtbild (wenn schon, denn schon 🙂 ) Am Anfang sind die Schmerzen schon heftig, das will ich gar nicht schönreden, aber nach ein paar Tagen legt sich das, danach ist es echt erträglich. Die Narbe ist ziemlich groß (von Hüftknochen zu Hüftknochen), gegenüber dem „Schwangerschaftsbauch“ allerdings sowas von das kleinere Übel. Bis jetzt bereue ich meine Entscheidung keine Sekunde – langfristige Auswirkungen kann ich natürlich nicht ausschließen, aber damit werde ich dann umgehen, sollte es dazu kommen.

      Ein ausführlicher Bericht folgt natürlich. Ansonsten beantworte ich natürlich gerne alle Fragen.

      Das mit der Schriftfarbe ist ein guter Punkt, das hellgrau ist wirklich nicht sehr schreibfreundlich – Danke für den Hinweis! Jetzt muss ich nur noch herausfinden wo ich das ändern kann…
      Warum du deine Website nicht eingeben konntest ist mir ein Rätsel. Ich habe es selbst versucht, da war es kein Problem. Hoffe dass dies nur so ein technischer Schluckauf war.

      Ich hoffe, ich höre wieder von dir und deinen Erfahrungen bzgl. Rektusdiastase. Es gibt so viele betroffende Frauen und leider nur wenig Information und Erfahrungsberichte im Netz.

      LG Silvia

  8. Silvia 25. April 2018 um 17:18 Uhr - Antworten

    Liebe Silvia,

    mit großem Interesse habe ich deinen Erfahrungsbericht gelesen. Meine Rektusdiastase aber ich mehr oder minder selbst bei mir diagnostiziert. Ich bin mehr mal zu meiner Frauenärztin gegangen und meinte, dass ich eine Lücke zwischen meiner Bauchmuskulatur feststelle und sie hat es immer abgetan und meinte, dass sich schon alles von selbst wieder richten würde. Jetzt habe ich vor genau einem Jahr mein zweites Kind zur Welt gebracht (beides KS) und hatte weiterhin „den Spalt“. durch Recherche bin ich auf die Diagnose Rektusdiastase gestossen. Als ich dann wissen wollte wie man mit Sport dagegen vorgeht habe ich zig verschieden, teils widersprüchliche Aussagen zuhören bekommen und vollends versucht, was ich denn überhaupt noch machen darf. Ich war verwundert, dass dieses Gebiet so „unerforscht“ ist, dass man im Grunde nicht viel Hilfe bekommt.
    Heute war ich bei einem Herninenchirug, der zusätzlich noch einen kleinen Nabelbruch entdeckt hat. Er sei zwar klein, sollte aber dennoch irgendwann mal operiert werden, so seine Aussage. Die Heilung dauere auch ca. 5-6 Wochen. Daher hab eich mich auch mit dem Gedanken einer Bauchdeckenstraffung auseinandergesetzt.
    Hättest du denn Tipps auf was machen achten sollte bei der Wahl eines Chirugen? Würdest du mir vielleicht die Daten deines Arztes zusenden (privat)?
    Vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Berichte!

    LG,
    Silvia

    • Silvia 25. April 2018 um 21:16 Uhr - Antworten

      Hallo Silvia,
      mit deiner Erfahrung und der dazugehörigen Hilflosigkeit bist du nicht alleine. Ich wurde zwar letztens erst belehrt, was für einen Schmarrn ich von mir geben würde von wegen „dass die Ärzte keine Ahnung hätten“ aber viele Frauen machen einfach genau diese Erfahrung. Mittlerweile habe ich auch eher den Eindruck, dass es weniger ein Problem der Ahnungslosigkeit ist. Vielmehr ist es für viele Ärzte glaube ich einfach kein relevantes Thema – kein medizinisch relevantes Thema. Ist es doch meistens nur ein kosmetisches Problem. Die meisten Ärzte kennen dieses „Krankheitsbild“ bestimmt, haben es aber einfach nicht auf dem Schirm oder halten es einfach für unwichtig. Naja… da hilft es nur, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen!

      Bzgl. deiner Frage: Mir persönlich war es bei der Wahl meines Chirurgen wichtig, dass er 1. wirklich wusste von was er redete (hat also die OP Rektusdiastase schließen mit anschließender Bauchdeckenstraffung schon oft gemacht, vorher-nachher-Bilder sind auch immer super). 2. Dass auch er selbst den Anspruch auf ein schönes, ansprechendes Endergebnis hat (also nicht einfach aufmachen, zunähen und basta – deswegen auch ein Schönheitschirurg) und 3. Dass ich einfach ein gutes, vertrauenswürdiges Gefühl hatte.

      Grundsätzlich schadet es auch nie, sich mehrere Meinungen einzuholen!

      Ich habe mich von Dr. Tränkle in seiner Klinik am Rosental in Leipzig operieren lassen. Für mich trafen bei ihm alle Punkte zu und ich war sowohl mit der OP, der Versorgung und auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er wird aber sicherlich nicht der einzige kompetente Chirurg sein.

      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!

      LG Silvia

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