Der Hype um Saftfasten und Saftkuren bricht nicht ab. Den Körper reinigen soll es, und beim Abnehmen helfen. Ich habe die 5 Tage-Saftkur von Kale & Me ausprobiert – und hatte ein großes Problem damit.

Kaum war der erste Sommerurlaub des Jahres in Sicht, stieg bei mir der innerliche Druck abzunehmen.

Den Druck machte ich mir natürlich nur selbst.

Typisch Frau – würde mein Mann sagen.

Ob nur Vorurteil oder nicht, ich beschäftige mich intensiv mit den Themen „Abnehmen, den Körper ins Gleichgewicht bringen, und innere Balance erlangen“.

Dazu las ich mal hier einen Artikel, mal da einen Artikel und irgendwie drehten sich meine Gedanken sehr viel um das Thema Essen.

Und das störte mich!

Dieser ständige Gedankenfluss und dann auch noch diese „Dumm-Fresserei“ durch das andauernde darüber nachdenken, entwickelte sich zu einem Kreislauf und aus diesem wollte ich ausbrechen.

Meine Antwort: Eine Saftkur

Zugegebenermaßen kam diese Entscheidung nicht zuletzt aufgrund einer Flut von Werbebildern auf Instagram und gefühlt hatte auch jeder Influencer den Kühlschrank voller Saft.

Ich informierte mich also über die verschiedenen Saftfasten-Möglichkeiten, verglich verschiedene Anbieter wie Livefresh, Berioo, Frank Juice und wie sie alle heißen und entschied mich letztendlich für die 5 Tage Saftkur von Kale & Me.

Warum? Die Erklärungen und Aufmachung der Säfte haben mich einfach optisch angesprochen. Das Infomaterial war sehr umfangreich und dann hatten sie mich durch einen Rabatt-Code glatt am Haken.

Was, wieso, wozu eine Saftkur?

Während der Saftkur ersetzen kaltgepresste Säfte die feste Nahrung.  Zum einen wird dadurch der Stoffwechsel und dein körpereigenes Recyclingsystem angekurbelt.

Zum anderen soll die Saftkur deinem Körper und deinem Geist eine Pause gönnen. Du lernst, wieder verstärkt auf deine innere Stimme zu hören: der Grundstein für eine bewusste Ernährungsumstellung.

Beim Saftfasten nimmst du täglich nur circa 700 kcal in Form von Gemüse- und Obstsäften zu dir.  Zusätzlich kann Gemüsebrühe und Tee getrunken werden.

Der Körper bezieht während des Fastens einen Großteil der benötigten Energie aus körpereigenen Quellen.

Deshalb ist es zum einen wichtig, dass die Säfte auf die Tageszeit angepasst sind und deinen Körper mit allen nötigen Energien und Nährstoffen versorgen. Zum anderen solltest du auch die empfohlenen Trinkzeiten einhalten und keinen Saft auslassen.

Für mich klang das alles schlüssig und war auch der Grund, warum ich mir die „fertige“ Saftkur von Kale & Me bestellt habe.

Kale & Me Saftkur: Die Vorbereitung

Mein Saftkuren-Start bei Kale & Me war rundum gelungen.

Direkt nach der Bestellung erhielt ich jede Menge Infos per Mail. Dabei wurden Fragen beantwortet zu den Themen:

  • Wie kann man sich vorbereiten?
  • Wen bei Fragen kontaktieren?
  • Begleiterscheinungen
  • Anwendungstipps

Somit konnte ich mit der mentalen Vorbereitung direkt starten. Dies empfand ich als sehr angenehm und ich fühlte mich dadurch irgendwie gleich betreut und nicht allein.

Naja, ich gebe zu, die empfohlene Vorbereitung – vorab Essen zu reduzieren, kein Alkohol etc. – habe ich nicht so strikt erfüllt. Da war er wieder, mein Schweinehund. Aber ich freute mich auf den Start.

Die Lieferung erfolgte total schnell bereits zwei Tage später in einem mit Stroh gepolsterten Karton und Kühlpads.

Kale-and-me-vorbereitung

Im Paket dabei: Tee und Infomaterial

Also alles ab in den Kühlschrank und schön nach Nummern sortiert. Optisch der absolute Hit! Marketing bei Kale & Me funktioniert und hat also alles richtig gemacht.

Die Kale & Me Saftkur im Test

Am nächsten Morgen 7 Uhr hieß es hochmotiviert den ersten Saft öffnen… ok – erstmal etwas ernüchternd. Irgendwie hatte ich die Vorstellung von einem Smoothie im Kopf. Die Säfte sind jedoch eher wässrig.

Noch mehr störte mich jedoch der Geschmack: Der erste, fruchtige Geschmack sehr lecker, anschließend überraschte mich jedoch ein sehr merkwürdiger Nachgeschmack.

Diesen Nachgeschmack kann ich gar nicht richtig beschreiben: Als wäre der Saft mit Gurkenwasser gemacht. Ich habe dazu allerdings keinerlei Hinweise in der Zutatenliste gefunden.

Sicherlich ist es eine persönliche Assoziation und jeder erlebt Geschmack anders. Nichtsdestotrotz war das für mich erst mal sehr enttäuschend…

Aber gut, ich wollte mich nicht direkt bei der ersten Flasche demotivieren lassen, schließlich hatte ich sechs verschiedene Geschmäcker auf den Tag verteilt zur Verfügung.

kale-and-me-saftkur

Die Säfte sind auf den Tagesbedarf abgestimmt

Von nun an hieß es alle zwei Stunden brav den Saft trinken.

Den ganzen Tag und das jeden Tag…

Also der erste Tag war schon etwas schwer. Der Kopf träumte von Sahnekuchen und Pizza, und umso öfter man die Saftflasche öffnet, erscheinen neue Leckereien im Geiste. Im Vergleich fiel mir der zweite Tag, rein vom Essensentzug, wesentlich leichter.

Der einzige Haken war – leider – dass ich die Säfte, um so öfter ich sie trinken musste, nicht mehr herunterbekam. Der Gurkenwasser-Abgang ist mir leider sehr aufgestoßen und geschmacklich war es einfach nicht meins.

Ich hätte nach zwei Tagen lieber gar nix getrunken, bevor ich mir noch einen weiteren Saft antat. Die empfohlene Gemüsebrühe am Mittag hat mir daher definitiv den Tag gerettet.

Einzig und allein Saft Nummer 6 war für mich absolut lecker! Der letzte Saft des Tages ist eine Mandelmilch mit Erdbeermuss und unterscheidet sich dadurch absolut von den anderen fünf Säften.  Hätte ich diesen 6 Mal gehabt, wäre mir der Tag nicht so lang vorgekommen.

Mein Ziel waren fünf Tage Saftfasten. Durchgehalten habe ich den Spaß drei Tage. Ein Hungergefühl hatte ich nicht und wenn der Wille stärker gewesen wäre, hätte ich noch zwei Tage drangehängt. ABER das Wochenende stand vor der Tür und ich wollte es einfach genießen.

Ein bisschen stolz bin ich trotzdem 😉

Meine Saftkur Erfahrung: Fazit

Insgesamt empfand ich die Saftkur als durchaus positiv und lohnenswert.

An Tag drei war meine Haut besser und ich fühlte mich auch sehr fit. Da man aber auch Minimum zwei Liter trinken soll – was gar nicht so leicht war – sieht man das natürlich auch der Haut an.

Mit Mann und zwei Kindern daheim, dann noch Wochenendbesuch, verlangt die Saftkur einem schon sehr viel Disziplin ab. Optimalerweise hast du ein paar Tage für dich selbst (ok, welche Mama hat das schon, aber man kann ja mal träumen) oder es sollte zumindest kein Besuch anstehen. Dann kannst du es mit ein bisschen Motivation definitiv durchhalten.

kale-and-me-saftkur-erfahrung

Geschmeckt haben die Säfte leider nicht

Die Kur tat meinem Körper definitiv sehr gut. Man fährt irgendwie runter, hat ab Tag zwei oder drei weniger Gelüste. Auch das leichte, normale Essen danach ist mir sehr gut bekommen.

Der Appetit nach Süßigkeiten hat sich definitiv verringert und ich hatte irgendwie Lust, nur noch gesund zu essen. Da ich mich weigere auf eine Waage zu stellen kann ich zum Thema Abnehmen keine Zahlen nennen. Aber die Hose saß definitiv lockerer und ich fühlte mich schon etwas leichter 🙂

Bezüglich der Kale & Me Saftkur war der große Nachteil, dass mir die Säfte einfach nicht geschmeckt haben.

Mein Arbeitskollege „musste“ immer die Reste trinken – er war aber absolut begeistert.

Heißt, es ist eine reine Geschmackssache. Ich schließe für mich nicht aus, eine weitere Kur auszuprobieren. Die guten Gewohnheiten wie viel Wasser trinken, kleine Snacks einfach sein lassen und auf das natürliche Hungergefühl zu hören, möchte ich auf jeden Fall weiter beibehalten.

Mal sehen, was mein Schweinehund dazu zu sagen hat.

Hast du schon mal eine Saftkur gemacht? Erzähle mir gerne davon in den Kommentaren!

Cheers Alex