Großfamilienausflug in den Zirkus Krone. Seitdem steht fest: für meine Jungs gibt es nur noch Zirkus ohne Tiere. Denn Respekt vor Tier und Natur lernt man nicht durch tanzende Elefanten.

Ich war – glaube ich – vor 30 Jahren das letzte Mal im Zirkus. Und ich habe mich zugegebenermaßen nie wirklich mit dem Thema Zirkus beschäftigt.

Vor kurzem haben wir einen Großfamilienausflug in den Zirkus Krone gemacht. Und ich war schockiert, dass „Dressuren“ mit Kamelen, Elefanten und Tigern wohl tatsächlich noch zum guten Zirkuston gehören.

Alle Tiere leiden im Zirkus

Tiere leiden im Zirkus

Ich fühlte mich wieder in die Zeit vor 30 Jahren zurückversetzt. Als artgerechte Haltung und Tierschutz noch als abstrakte Ideen von Tierfanatikern abgetan wurden.

Für die Jungs war es natürlich ein spannender Nachmittag. Doch was nehmen sie eigentlich mit aus so einem Erlebnis? Was lernen sie, wenn Tiger für unsere Vergnügen durch Reifen springen?

Die Sache mit dem Respekt

Kamele, die von Nachwuchs-Dompteuren durch die Manege gescheucht werden. Ein Elefant, der auf Befehl Sitz und Platz macht und Tiger, die mittels Peitsche und Schnitzel zum Springen animiert werden.

Respekt vor dem Tier sieht definitiv anders aus.

Natürlich wird in den Prospekten und Werbefilmen die Liebe des Zirkusvolk zu ihren Tieren betont, und wie gut es den Tieren bei ihnen geht.

Doch ganz ehrlich, wie artgerecht können Elefant, Tiger & Co. im Herzen Münchens oder auf Reisen schon gehalten werden?

Erst vergangenes Jahr waren PETA mit verstecker Kamera im Winterlager der Tiere des Zirkus Krone: Schockierend ist gar kein Ausdruck und ich schäme mich zutiefst, dass ich mit meiner Naivität und meinem Eintrittsgeld das Alles noch unterstütz habe!

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Wir müssen uns bewusst machen, dass mit den Tieren Geld verdient wird. Dafür müssen sie funktionieren. Ich war lange genug Sport-Reiter um zwischen dem aufgesetztem Showlächeln die angespannten Blicke und versteckten Peitschenhiebe wahrzunehmen, sobald den Befehlen nicht sofort Folge geleistet wurde.

The show must go on – Für die Befindlichkeit eines Tieres ist hierbei kein Platz.

Meine Jungs waren natürlich begeistert. Klar, wann sehen sie schon Wildtiere live und zum Greifen nah.

Spaß und Begeisterung darf aber kein Selbstzweck sein. Was nehmen meine Kinder aus diesem Erlebnis mit? Respekt für und im Umgang mit Tieren sicherlich nicht.

Wohl eher, dass es vollkommen normal ist, Tiere zum Zwecke der Belustigung zu misshandeln.

Die Zukunft muss sein: Zirkus ohne Tiere

Zum Glück ist der Zirkus nicht unweigerlich verknüpft mit der Tierdressur. Es gibt schon viele Zirkusse, deren Shows komplett ohne Tiere auskommen.

Allen voran Zirkus Roncalli, der nach den Wildtieren zuletzt auch die Pferdedressuren aus seinem Programm verbannte. Oder auch der berühmte Cirque du Soleil, der ebenfalls nur auf Akrobaten setzt.

Für Kinder ist solch ein Zirkusbesuch nicht weniger aufregend.

Jedoch so viel wertvoller!

Akrobaten im Zirkus

Akrobatik im Zirkus ist viel wertvoller für Kinder

Sollen sie lachen, über die Tollpatschigkeit der Clowns, gebannt die Hochseilakrobatik beobachten und die Fingerfertigkeit der Jongleure bewundern.

DAS ist toll. DAS ist bewundernswert. DAS ist erstrebenswert.

Nicht dass wir es geschafft haben, Elefanten für uns Tanzen zu lassen.

Deshalb heute meine Bitte an dich: Besuche mit deinen Kindern keinen Zirkus der Tiere hält. Denn wie in Allem bestimmt die Nachfrage das Angebot.

Keine Besucher, kein Zirkus.

Alle die noch mehr tun möchten, können sich an der „Petition gegen die Tierhaltung im Zirkus“ von PETA beteiligen.

Silvia