//Projekt Slow Fashion: mein Weg zur nachhaltigen Garderobe

Projekt Slow Fashion: mein Weg zur nachhaltigen Garderobe

Kleidung kaufen ist zum Volksport geworden. Wir kaufen des Kaufens willen, nicht weil wir Kleidung brauchen. Die Industrie fördert diesen Konsum mit Fast Fashion – und zerstört dabei Umwelt und Menschen. Ich will austeigen! Let’s go Slow Fashion.

Kleidung kaufen hat für mich eigentlich nichts mit „brauchen“ zu tun. Vielmehr ist es eine spaßige Freizeitbeschäftigung.  Eine Beschäftigung, die stark verknüpft ist mit dem Gefühl des Sich-gut-fühlens und der Belohnung.

Die Fashion-Industrie macht es uns natürlich auch einfach, diesem „Hobby“ ständig nachgehen zu wollen und zu können.

Immerfort werden uns von allen Seiten neue Trends und neue Must-Haves angepriesen, die wir natürlich nicht verpassen dürfen. Die großen Modelabels bringen passend dazu bis zu zwölf Kollektionen pro Jahr in ihre Läden.

Diese Kleidung wird billigst produziert und landet anschließend zu günstigen Preisen in besagten Läden. Was wir kaufen, verschwindet dann oftmals auf Nimmerwiedersehen in unserem Kleiderschrank.

Und wir sind schon wieder unterwegs, auf der Suche nach dem nächsten Trendteil.

Genau das ist Fast Fashion: Wenn Kleidung zur Wegwerfware wird.

Warum Fast Fashion einfach Scheiße ist

Fast Fashion macht unsere Umwelt kaputt: Die Produktion von Kleidung ist grundsätzlich schädlich für die Umwelt. Beim Produktionsprozess werden Chemikalien verwendet, die anschließend in unsere Gewässer gelangen. Je günstiger produziert wird, desto weniger wird darauf geachtet, die Umweltbelastung gering zu halten.

Fast Fashion beutet aus: Es gibt ein Sprichwort: „Billige Kleidung gibt es nicht – irgendwer bezahlt immer dafür.“ Im Fall der Fast-Fashion-Industrie sind es die die Mitarbeiter der Textilfabriken. Sie arbeiten für Billigstlöhne unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Fast Fashion ist teuer: Ja, teuer. Du kaufst diese Mode vielleicht relativ günstig ein; aufgrund der schlechten Qualität hast du allerdings nicht lange etwas von ihr. Wie oft habe ich mich geärgert, weil sich das T-Shirt beim ersten waschen verzogen hat oder der Pulli bereits nach wenige Male tragen Pilling aufwies…

Wusstest du außerdem, dass wir durchschnittlich 20% unseres Kleiderschranks niemals tragen? Das ist jedes fünfte Teil! Wenn du bedenkst, wie viel Klamotten in deinem Schrank sind, kommt auch hier ein ganz schönes Sümmchen an rausgeschmissenem Geld zusammen.

Fast Fashion ist stillos:  Kleidung sollte uns schmeicheln. Das heißt, die Schnitte sollten zu unserer Figur, die Farben zu unserem Teint und unserer Haarfarbe passen. Statt also ständig neuen Trends hinterher zu jagen – die uns im Zweifel nicht sehr vorteilhaft aussehen lassen – sollten wir uns bemühen, unseren eigenen Stil zu finden.

Mal abgesehen davon, das gut verarbeitet Mode aus hochwertigen Materialien meistens auch einfach besser sitzt… Und nichts ist unvorteilhafter als schlechtsitzende Kleidung.

Projekt 2019: Going Slow Fashion

Ich – Unverbesserlich

Vor geraumer Zeit stand ich vor meinem vollgestopften Kleiderschrank und jammerte mal wieder, dass ich „nichts anzuziehen“ habe.

Deswegen habe ich begonnen, mir eine Capsule Wardrobe aufzubauen. Das Prinzip hierbei ist, mit möglichst wenig Teilen eine vielseitig kombinierbare Garderobe zu erstellen.

Lesetipp: In 5 Schritten eine Caspule Wardrobe aufbauen

.

Die minimalistische Garderobe – wie sie auch genannt wird – geht eigentlich Hand in Hand mit dem Ansatz von Slowfashion. Das Ziel ist ähnlich.

Aber nicht jede Capsule Wardrobe ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit aufgebaut. Und nicht jede nachhaltige Garderobe ist minimalistisch.

Und hier kommt auch schon mein Knackpunkt mit der Capsule:

Ja, die Caspule Wardrobe hat mein Shopping-Verhalten durchaus in geregeltere Bahnen gelenkt. Ich gehe bewusster und geplanter einkaufen. Und ja, meine Garderobe lässt sich nun ganz wunderbar kombinieren.

Aber minimalistisch?

Schwierig, schwierig.

Mir macht Mode einfach zu viel Spaß. Ich beschäftige mich gerne mit ihr.

Herrje, ich arbeite in einem Modeunternehmen…

Naja, und die Gewohnheit, sich mit Kleidung zu „belohnen“, ist auch nicht so einfach abzuschütteln.

Die Wahrheit: Ich kann mich einfach nicht zusammenreißen, wenn es um Klamotten geht.

Auf der anderen Seite möchte ich nachhaltiger Leben, die Umwelt schonen und die Fast-Fashion-Industrie nicht länger unterstützen.

Deswegen habe ich beschlossen, das Prinzip des Minimalismus der Caspule Wardrobe ein wenig aufzuweichen und dafür mit einem anderen Ziel anzureichern – dem Ziel, dass sie nur noch aus nachhaltiger Kleidung besteht.

Slow Fashion.

Oder in meinem Fall: Slow Caspule Wardrobe

Slow Fashion – das steckt dahinter

„Buy less, choose well, make it last“ (Vivien Westwood)

Wie der Name schon andeutet ist Slow Fashion die Gegenbewegung zu Fast Fashion. Slow Fashion steht für bewusste und nachhaltige Mode in all seinen Facetten:

  • für die Nutzung natürlicher und recycelter Grundstoffe,
  • für einen achtsamen Umgang mit Ressourcen,
  • für faire Arbeitsbedingungen,
  • für Qualität und lange Haltbarkeit
  • und für ein lange Nutzungsdauer der Kleidung.

Bei Slow Fashion geht es nicht darum, seine Garderobe auf ein Minimum zu reduzieren. Oder nur noch funktionelle, zweckmäßige Kleidung zu tragen.

Kernpunkt von Slow Fashion ist auch nicht, den Konsum nur auf Eco-Fashion-Labels umzulenken.

Vielmehr geht es darum, mit dem zu arbeiten, was du schon hast; kreativ zu sein.

Es geht darum, Alternativen zum neu Kaufen zu finden.

Und es geht um Gemeinschaft, um regionales Bewusstsein, ums Ankommen.

Was das alles nun ganz praktisch für meinen Umgang mit Mode und für meine Garderobe bedeutet, und wie ich damit meine Mode-Liebe (und den Konsum) in eine positive Richtung bringen möchte? Das erfährst du im nächsten Teil der Geschicht‘ ?

Lesetipp: die Spielregeln von Slow Fashion

Silvia

2019-01-04T18:13:39+00:00 Kategorien: Fashion|Tags: , |

2 Comments

  1. miras_world_com 2. Januar 2019 um 11:35 Uhr - Antworten

    Sehr interessanter Beitrag! Das ist schon mal tolle Idee. Es ist bisschen wie mit Elektro- Autos, noch zu wenig Firmen, die es umsetzen aber es wird kommen. Es ist die Zukunft! Liebe Grüße und Frohes Neues Jahr!

    • Silvia 3. Januar 2019 um 8:49 Uhr - Antworten

      Hallo Mira,
      Firmen, die nachhaltig und/oder fair produzieren gibt es einige. Natürlich wenige im Vergleich derer, die es nicht tun. Und sie sind nicht so präsent. Es gibt aber vor allem viele tolle Start-ups, die sich wirklich engagieren. Einige davon werde ich sicherlich noch vorstellen 🙂

      LG Silvia

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