Ich habe das Intervallfasten 16:8 vier Wochen lang getestet. Meine Erwartung: weniger Kilo auf der Waage und ein besseres Wohlbefinden. Konnte das Intervallfasten halten was es verspricht?

Intervallfasten liegt aktuell voll im Trend. Irgendwie auch verständlich, verspricht es doch purzelnde Pfunde ohne strenge Diät, ein gesteigertes Wohlbefinden und positive Effekte auf die Gesundheit.

Auch ich habe mich zum Jahresstart dazu entschieden, Intervallfasten zu testen. Dabei habe ich mich für die beliebte Variante 16:8 entschieden. Das bedeutet, ich esse nur innerhalb eines 8-Stunden-Zeitfensters, anschließend kommt die Fastenphase mit 16 Stunden. In dieser Zeit sind nur kalorienfreie Getränke erlaubt.

Wann du diese 16 Stunden fastest ist übrigens egal – sie müssen nur am Stück sein. Du kannst also das Frühstück oder das Abendessen weglassen.

Ich habe mich für die erste Variante entschieden. Zum einen, weil ich eh nicht der große Frühstücksmensch bin, zum anderen, weil ich es mit Familie doof fand beim gemeinsamen Abendessen mit leerem Teller daneben zu sitzen.

Warum Intervallfasten so toll sein soll

Intervallfasten wird in den Medien gerade als Wunderwaffe gegen die Leiden unserer Gesellschaft angepriesen. Es hilft beim Abnehmen, hebt die Stimmung und wirkt sich langfristig positiv auf unsere Gesundheit aus.

Tatsächlich bewiesen ist das alles allerdings kaum. Es gibt Studien an Tieren, mit beeindruckenden Ergebnissen, doch Studien an Menschen sind aktuell noch Mangelware.

Es besteht Einigkeit, dass in Bezug auf eine Gewichtsreduktion das Intervallfasten ähnliche Ergebnisse bringt wie eine kalorienreduzierende Diät. Positive Wirkungen auf die Gesundheit sind umstritten, wobei es keine Hinweise auf negative Effekte der Ernährungsform gibt.

Bei gesunden, nicht schwangeren Menschen schadet Intervallfasten auf keinen Fall. Bei Erkrankungen oder Einnahme von Medikamenten sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

Interessante Artikel und weiterführende Informationen dazu findest du bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder auch im Ärzteblatt.

Meine Erfahrung mit dem 16:8 Intervallfasten

Vier Wochen lange habe ich das Intervallfasten knallhart durchgezogen. Geschummelt habe ich nie. Das war mal leichter, mal schwerer. Hier also die Erkenntnisse von meinem Experiment.

Die Sache mit dem fehlenden Frühstück

Ich war noch nie ein großer Frühstücker. Trotzdem vermisste ich in den ersten Tagen (und auch zwischendrin) schmerzhaft meinen morgendlichen Milchkaffee. Oder vielmehr meine zwei, drei Kaffees. Vor allem unter Stress oder bei „harten“ Nächten fiel mir dieser Verzicht richtig schwer.

Zur Info: Kaffee ist theoretisch erlaubt, aber nur Schwarz, ohne Zucker und Milch. Das ist aber so gar nicht mein Geschmack… Stattdessen bin ich auf grünen Tee umgestiegen. War okay, aber auch kein vollwertiger Ersatz.

Nichts zu essen fiel mir da schon leichter.

Ansonsten war es mal mehr mal weniger leicht die Fastenzeit durchzuhalten. Wenn ich zu Hause beschäftigt war oder Termine im Büro hatte, vergingen die Stunden bis zum Essensfenster relativ schnell. An ruhigen Tagen zogen sich allerdings vor allem die letzten 90 Minuten gerne in zähe Länge. Da halft dann nur viel trinken und ausharren.

Die Sache mit dem Essensfenster

Durch das eingeschränkte Essensfenster habe ich weniger gegessen. Zum einen fiel das Frühstück komplett weg. Zum anderen gab es auch keine Leckereien abends vor dem Fernseher. Dies ist glaube ich auch einer der größten Hebel für die Gewichtsreduktion.

Theoretisch darfs du während des Essenfensters alles essen. Wer abnehmen möchte, sollte jedoch darauf achten, sich in den acht Stunden nicht nur mit Kalorienbomben vollzustopfen. Sonst hilft alles Fasten nichts.

Um einen Überblick zu behalten, habe ich gleichzeitig angefangen, meine Lebensmittel per App zu tracken. Das kann ich übrigens nur empfehlen! Es ist Augen öffnend, was man sich den ganzen Tag in den Mund stopft…

Während der vier Wochen Intervallfasten habe ich 2,5 kg abgenommen. Die bewusste Ernährung und der Sport haben aber sicherlich auch Anteil an diesem Erfolg.

Die Sache mit dem Wohlbefinden

Fühle ich mich dank Intervallfasten fitter, energetischer, besser?

Ehrlich gesagt ist diese Frage schwer zu beantworten. Denn wer weiß schon, was dem Fasten zuzuschreiben ist, und was anderen Faktoren.

Alles in allem fühle ich mich gut. Wirklich gut. Weniger Kaffee zu trinken und Zucker zu essen hat da aber sicherlich auch seinen Anteil dran. Genauso wie der regelmäßige Sport.

Ansonsten war mein Wohlbefinden einfach tagesformabhängig. Bei Stress habe ich vom „Glücksplus“ Intervallfasten wenig gemerkt. Dann zogen sich auch die Stunden bis zum Ende der Fastenzeit wie Kaugummi – wie gerne hätte ich mich mit Essen oder einem Kaffee „getröstet“. Gleiches gilt für anstrengende Nächte mit krankem Kind.

Negativ ausgewirkt hat es sich aber auf keinen Fall.

Fazit: Intervallfasten oder kein Intervallfasten

Nach meinem Vier-Wochen-Experiment empfinde ich Intervallfasten als eine einfache und leicht durchzuhaltende Form der Diät. Die ersten Tage sind am schwierigsten. Hier kämpfst du vor allem gegen deine eigene Psyche, weil lieb gewonnenen Gewohnheiten durchbrochen werden: Wie der Kaffee oder das Müsli am Morgen.

Meinem Wohlbefinden und meinem Energielevel hat es aber nicht geschadet.

Empfehlen würde ich es vor allem Leuten:

  • für die strikte Ernährungspläne ein Graus sind
  • denen es leichter fällt nichts zu essen als ein nur bisschen
  • die sich nicht intensiv mit ihrer Ernährung beschäftigen wollen

Theoretisch kannst du während des Essensfensters normal essen. Um abzunehmen, solltest du dies jedoch bewusst tun und Junk-Food eher meiden. Von Pizza und Torte wird niemand schlank…

Unabhängig davon haben mir die einfachen, jedoch strikten Regeln des Intervallfasten dabei geholfen, meine Ernährung auf den Prüfstand zu stellen und erste Veränderungen anzugehen.

Probiere es einfach einmal selbst aus. Schaden wird es in keinem Fall!

Silvia