//Von Müttern und Hobbys – eine Vereinbarkeitsfalle

Von Müttern und Hobbys – eine Vereinbarkeitsfalle

Es war einmal Ich. Mit einem Hobby. Dem Reiten. Und eigenen Pferden – meine mich schon lange Jahre begleitende Verlasstute sowie mein Nachwuchswallach. Zwischen vier und sechs mal pro Woche war ich bei Ihnen. Bin auf Turniere gefahren. Mein größter Erfolg war der 10. Platz auf den deutschen Meisterschaften. Ja, man könnte sagen, es war schon fast Leistungssport und das seit ich 14 Jahre alt war.

Als ich mein erstes Kind erwartete, hatte ich natürlich geplant diesen Sport weiterzuverfolgen. Klar, am Anfang würde es vielleicht ein wenig holprig werden, es würde mit einem kleinen Baby daheim ein wenig mehr Organisation erfordern. Aber ich habe eine engagierte Kinderbetreuung (Danke Mama!), die Ihre Hilfe zugesagt hat. Und schließlich gibt es auch andere reitende Mütter. Nicht, dass ich welche näher kannte.

Hobby trifft auf Realität einer Neumama

Die Realität sah dann allerdings ein wenig anders aus. Am Anfang war ich mit dem Versorgen des neuen Erdenbürgers voll ausgelastet. Stillen, Wickeln, Tragen, Stillen und noch mehr Stillen. Irgendwie stillte ich den ganzen Tag. Nach ein paar Wochen hatte sich zwar alles eingependelt, zum Reiten kam ich aber irgendwie trotzdem nie. Nicht wirklich

Primo schlief nur im fahrenden Kinderwagen. Oder er wollte nur auf dem Arm getragen werden. Sitzen verboten. Nun, ich fühlte mich schon ein wenig unwohl und gehetzt bei dem Blick vom Pferd auf meine Kinderbetreuung, die tapfer mit oder ohne Kinderwagen im Kreis lief, damit ich meinem Hobby nachgehen konnte. Das schlechte Gewissen prügelte nur so auf mich ein.

Und dann gab es natürlich auch Tage, an denen ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause fuhr, weil Primo sich übehaupt nich abgeben lies und sein unbedingt-bei-der-Mama-bleiben-wollen mit schriller Stimme durchsetzte. Oder er war krank. Oder einfach nicht gut drauf. Irgendwas war immer.

Vereinbarkeitsfalle Hobby – Familie

Nach einem dreiviertel Jahr musste ich mir eingestehen, dass mein Hobby kein Hobby mehr war. Es war zu einer Zusatzbelastung geworden. Der Ausgleichscharakter und Spass an der Sache waren irgendwo zwischen Hektik und Kindergeschrei verloren gegangen. Letzendlich entschloss ich mich dazu meinen Nachwuchswallach zu verkaufen. Ich wurde ihm einfach nicht mehr gerecht. Für meine Verlasstute suchte ich mir eine zuverlässige Mitreiterin.

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Lange habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen wie ich nur alles unter einen Hut bekommen könnte. Muss ich einfach besser organisieren? Habe ich zu wenig Energie und Durchhaltevermögen? Ist mir das Hobby einfach doch nicht wichtig genug irgendwie einen Weg zu finden? Muss ich einfach mehr an mich selbst denken, schreiendes Kind oder meine im Kreis laufende Mutter einfach ausblenden?

Manche Hobbys lassen sich einfach schlecht mit (kleinen) Kindern vereinen. Auch wenn man es noch so will.

Ich persönlich habe Frieden damit geschlossen, dass ich mein Hobby nicht mehr in der Form und Intensität weiterverfolgen kann, wie in der Zeit vor meinen Kindern. Das Leben verändert sich. Ich stelle mich nun neuen Herausforderungen und Abenteuern. 

Wie war es denn bei dir? Hast du es geschafft deine Aktiviäten und Hobbies mit der Mutterrolle unter einen Hut zu bekommen? Oder erging es dir ähnlich wie mir?

Silvia

2017-09-27T23:46:25+00:00 Kategorien: Mamaleben|Tags: |

3 Kommentare

  1. Miss D 21. November 2016 um 20:45 Uhr - Antworten

    Liebe Silvi,

    wow! Gratuliere zum Online-Gang!!! 🙂
    Schöner ist er geworden, Dein Blog! Gut strukturiert – das kannst Du! 😉
    Und die Art wie Du schreibst: erbarmungslos ehrlich und so erfrischend! Als stündest Du vor mir … ich habe Deine Stimme im Ohr! Dein Humor – herrlich! 😀

    Weiter so!
    GLG, Miss D

  2. Victoria 19. Dezember 2016 um 16:41 Uhr - Antworten

    Liebe Silvi, das kenne ich gut. Die Pferdeomi steht 30 km entfernt, der Zwerg knapp 11Monate alt. Ich habe neulich damit angefangen, Tipps zu Baby und Pferd zu verbloggen bzw. Erfahrungen weiterzugeben, ist ja bei jedem wirklich individuell. Der Srtikel bzgl Still-BH ist klasse, den habe ich gleich einer Freundin gesendet.
    Liebe Grüße Victoria

    • Silvia Erhard 19. Dezember 2016 um 20:59 Uhr - Antworten

      Liebe Victoria,
      Du hast natürlich recht, bei jedem sind die Umstände ein wenig anders und auch wie man damit umgeht. Finde ich super, dass du deine Erfahrungen bzgl. Baby und Pferd verbloggst. Damit kannst du anderen bestimmt weiterhelfen! Mir waren zwei Pferde plus Baby einfach zuviel. Und jetzt mit zwei Kindern ist es noch schwieriger… aber meine Pferdeoma bleibt natürlich auch 🙂
      Freue mich dass dir meine Artikel gefallen! Immer schön weiterverteilen 🙂
      LG Silvia

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