//Von Selbstfindung, 1000 Fragen und der Einen, die sich jede Mama stellen sollte

Von Selbstfindung, 1000 Fragen und der Einen, die sich jede Mama stellen sollte

Mama zu werden verändert dich. Deinen Alltag. Deine Prioritäten. Deine Sichtweisen. Was dir wichtig ist und was nicht.

Wenn du das erste mal dein Baby in den Händen hältst, weißt du, dass nichts mehr ist wie es mal war. Es ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes: Mutter sein, die Verantwortung für ein Kind tragen, plötzlich nicht mehr selbst an erster Stelle stehen.

Dein Leben verändert sich. Du veränderst dich.

Und das ist gut. Und das ist richtig. Veränderung gehört zum Leben dazu.

Jetzt ist Mutter werden allerdings eine so schlagartige und dramatische Veränderung, dass wir uns oft darin selbst verlieren: Wir versorgen, wir kümmern, wir tragen, wir trösten, wir opfern uns auf. Und irgendwann kommt dann der Punkt an dem wir uns fragen: Wer bin ich eigentlich noch, außer Mama?

Die Person hinter der Mama

Genau an diesem Punkt stand vor kurzem Johanna von Pinkepank. Die Mutter von bald drei Kindern hatte sich in den letzten Jahren irgendwie selbst aus den Augen verloren. Und ich muss zugeben, als ich Johannas Artikel las, stellte ich viele Parallelen zu mir selbst fest. Sie spiegelt in ihren Worten gut wider, was auch mir in den letzten Jahren immer mal wieder im Kopf umhergeschwirrt ist: „Wer bin ich eigentlich noch, wenn ich nicht Mutter bin? Wer bin ich und was brauche ich, um der Mensch zu sein, der ich gerne wäre?“

Um dies herauszufinden, begibt sich Johanna auf eine Reise der Selbstfindung. Dazu stellt sie sich 1000 Fragen. 1000 Fragen an sich selbst, um sich wieder neu kennen zu lernen. Jede Woche kannst du deshalb 20 Antworten dieser 1000 Fragen von Johanna und vieler Anderer in ihrem Blog Pinkepank nachlesen.

Ich habe lange über Johannas Artikel grübeln müssen und so schön ich ihren Ansatz der 1000 Fragen auch finde, glaube ich nicht, dass uns Fragen wie „Woraus besteht dein Frühstück?“ oder „Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?“ dabei wirklich helfen, eine glückliche und zufriedene Mama und Frau zu sein. Und das ist es doch eigentlich um das es uns geht, nicht wahr?

Ankommen in unserer Rolle als Mutter und gleichzeitig unser Leben so zu gestalten, dass wir glücklich und zufrieden sind.

Doch wie schaffen wir das?

Eingestehen, wer du wirklich bist

Mama zu werden stürzt jede von uns in turbulente Zeiten. Es ist wie ein Sturm, der über uns hereinbricht und alles durcheinanderwirbelt. Und wenn sich dieser Sturm gelegt hat, haben wir oft das Gefühl, jemand ganz Anderes zu sein. Oder auch jemand ganz Anderes sein zu müssen. Mama eben. Mit all den Vorstellungen und Klischees, die an diesem Wort hängen.

Dazu gehört, dass Mamas doch eigentlich nicht unglücklich sein können. Nicht, wenn sie gesunde, aufgeweckte Kinder haben.

Dazu gehört, dass Mamas doch nun ganz selbstverständlich in allen Lebenslagen zurücktreten sollten, zum Wohle der Kinder.

Dazu gehört, dass es Mamas größte Erfüllung ist, ihre Kinder aufwachsen zu sehen und dabei jede Minute mit Ihnen verbringen zu wollen.

Dazu gehört, das unser Glück  und Sein nun eins zu eins am Glück unserer Kinder hängt. Sind sie glücklich, sind wir das auch.

Und ein Stück weit stimmt das auch. Natürlich freuen wir uns, wenn unsere Kinder glücklich sind und das größte Unglück ist es, sollte unseren Kindern etwas zustoßen.

Doch es stimmt eben nicht nur. Denn tief im inneren, unter all den neuen Lagen des Mama seins, bist du immer noch die Person, die du schon immer warst. Ja, deine Prioritäten mögen sich verschoben haben und deine Sichtweise ist eine andere. Doch DU bist doch immer noch DU!

Gehe in dich und frage dich selbst: Bist du jetzt so viel anders? Lachst du jetzt über andere Dinge wie vorher? Hörst du jetzt gerne andere Musik wie vorher? Träumst du jetzt von anderen Dingen wie vorher?

Eigentlich müssen wir uns doch gar nicht neu kennen lernen. Wir müssen uns nur eingestehen, dass wir trotz unseres neuen Mama-Labels immer noch die Gleichen sind. Und dieses ICH wünscht sich (zumindest dann und wann) immer noch  Abenteuer, Selbstverwirklichung, Erfolg und Wertschätzung: Wir wollen Spannung, Spiel und die Schokolade auch 🙂

Immer diese Zielkonflikte

Als Mama etwas für sich selbst zu wollen ist allerdings gar nicht so einfach und steht meistens im Zielkonflikt zu dem, was wir selbst und auch unsere Umwelt meinen, sein und tun zu müssen. Dieser innere Konflikt führt dann gerne zu Unzufriedenheit und dem Gefühl, etwas zu verpassen. Zumindest bei mir.

Manchmal sitze ich so da und frage mich, wie es soweit kommen konnte. Dass ich die Tage vorbei ziehen lasse, eigentlich nur froh, sie „geschafft“ zu haben. Das Hobby ad Akta gelegt. Die Karriere eingefroren. Minimale Paarzeiten. Minimale Ich-Zeiten.  Und dann habe ich Angst, dass ich eines Tages zurück blicke und mir eingestehen muss, dass ich in den letzten Jahren oder Jahrzehnten nichts anders gemacht habe, als einfach nur zu sein. Ein Leben zusammengefasst in zwei Sätzen.

Oftmals rechtfertige ich das dann damit, dass „es mit den Kindern ja auch gar nicht anders geht“ oder dass „alles so kompliziert und schwierig geworden ist mit den Kindern“ oder dass ich „dieses oder jenes wegen der Kinder nicht tun kann“.

Doch machen wir uns nichts vor; unsere Kinder verlangen nicht von uns, irgendwelchen Idealen und Vorstellungen des Mutterseins hinterher zu jagen. Und sie verlangen auch sicher nicht von uns, uns selbst komplett aufzugeben. Das legen wir uns alles selbst auf.

Klar ist es manchmal schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Wir bewegen uns schließlich nicht im luftleeren Raum, in dem alle Wünsche in Erfüllung gehen, wenn wir es nur genug wollen. Aber – guess what – vor den Kindern war das auch nicht anders, auch wenn es uns manchmal so scheint 🙂 Damit alle glücklich sein können, geht es nicht ohne Kompromisse. Für uns, für den Partner und – das ist der schwierige Part – auch für die Kinder.

Zurück zur eigentlichen Frage

Bevor ich aber zu weit abschweife, möchte ich zurück kommen zu den 1000 Fragen an dich selbst von Johanna. Vielleicht helfen dir diese 1000 Fragen, dich wieder zu entdecken. Ich bin dafür einfach zu ungeduldig. Ich blicke gerne nach vorne und so stellt sich mir eigentlich nur eine Frage. Die eine Frage die wirklich zählt (und wer weiß, vielleicht kommt diese Frage auch noch an Stelle 560 oder 867 oder so):

Welche Wünsche und Ziele habe ich – so ganz persönlich?

Welche hast du?

Und das bitte ganz konkret! Also diese Frage mit „glücklich sein“ oder „erfolgreich sein“ zu beantworten, gilt nicht. Denn das sind keine Ziele, das sind Zustände, die du durch etwas erreichst. Die Frage ist aber: WAS willst du erreichen?

Vielleicht möchtest du die Welt entdecken? Vielleicht möchtest du einen Online Shop eröffnen, oder eine Führungsposition in deinem Beruf sein? Vielleicht möchtest du den schwarzen Gürtel in Karate oder ein Kochbuch herausgeben? Und ja, vielleicht möchtest du so viel Zeit mit deinen Kindern verbringen wie möglich und keinen Augenblick verpassen.

Egal was, es sind deine Ziele. Sie müssen dich glücklich machen. Jedem alles Recht machen, kannst du eh nicht. Vor allem nicht wenn es um das Thema Kinder geht. Das haben wir doch schon bei deren Namensfindung gelernt – und da waren die lieben Kleinen noch nicht einmal geboren…

Und wenn du dann deine Ziele definiert hast, überlege dir, wie du dieses Ziele konkret erreichen kannst. Beispielweise indem dein Partner an bestimmten Abenden die Kinder alleine versorgt und ins Bett bringt, indem du deine Arbeitszeiten veränderst, oder den Job wechselst, oder indem die Kinder auch den ein oder anderen Tag länger im Kindergarten bleiben. Geht nicht gibt es nicht.

Das es leicht ist, hat keiner behauptet.

Für mich persönlich bedeutet das: Einen Abend die Woche meinem Mann das abendlichen Minenfeld zu überlassen, damit ich wieder meinem langjährigem Hobby, dem Reiten, nachgehen kann. Es bedeutet, meine Arbeitszeit um ein paar Stunden zu erhöhen, damit ich wieder in einem Job arbeiten kann, der mir Spaß macht und wo ich mich weiter entwickeln kann.

Für die Kinder bedeutet das ein paar Stunden mehr pro Woche im Kindergarten und bei den Großeltern. Und das ist in Ordnung, auch wenn der ein oder andere jetzt vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen mag.

Das Fazit. Es gibt ein Fazit?

Ich weiß, heute bin ich wieder sehr philosophisch unterwegs. Ich hoffe du verstehst was ich sagen will? Irgendwie ist das alles ganz schön verwirrend: Mama werden verändert uns, und doch irgendwie nicht? Aber so ist es.

Wichtig ist, dich nicht selbst aus den Augen zu verlieren. Du bist Mama. Du bist gerne Mama. Aber du bist eben nicht nur Mama. Vergiss das nicht 🙂

Silvia

2018-01-23T17:10:42+00:00 Kategorien: Mamaleben|Tags: |

Ein Kommentar

  1. Katharina 23. Januar 2018 um 18:13 Uhr - Antworten

    Ja, ich versteh was Du meinst. Und wie so oft: 100 Prozent Ja!

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