//Kinderyoga macht kleine Leute stark und ruhig – ein Gastbeitrag

Kinderyoga macht kleine Leute stark und ruhig – ein Gastbeitrag

Ich bin ja eigentlich kein Yoga-Jünger. Eigentlich bin ich ein Fan von Action-Sport. Dieses ruhige Auf-einer-Matte-rumturnen war eigentlich nie mein Ding. Eigentlich.

Dann hatte ich nach meiner zweiten Schwangerschaft eine Rektusdiastase. Und im Zuge dessen beschäftigte ich mich mit Pilates. Und ganz ehrlich? Entgegen aller Erwartungen war es wirklich schön. Vor allem nach einem hektischen Mama-Alltag zwischen Büro, Spielplatz und Zu-Bett-Geh-Drama war es sehr entspannend, noch etwas ruhiges und unhektisches zu tun, das gleichzeitig gut für meinen Körper und mein Wohlbefinden ist.

Eines Tages stieß ich dann auf die Kinderyoga-Reihe vom Elternblog ideas4parents. „Super Sache“, dachte ich. Spiel und Bewegung in einem! Denn gerade jetzt in der Indoor-Saison wäre es doch super, etwas mit den Jungs machen zu können, bei dem sie sich auspowern können, ohne dabei das halbe Wohnzimmer zu zerlegen. Eine Alternative zum Fangen-Spielen, Purzelbäume-über-den-Papa-schlagen und Stagediving von der Couch-Lehne. Eine Alternative, die – ähnlich wie bei mir selbst – auf gute, ruhige Art müde macht und sich dabei vielleicht noch positiv auf die Motorik und das allgemeine Wohlbefinden auswirkt!

Aber ist Kinderyoga hier die richtige Alternative?

Um diese Frage zu beantworten, und weil ich von Yoga eben keine Ahnung habe, bat ich deshalb einfach die liebe Gila ideas4parents darum, das Thema Kinderyoga hier einmal vorzustellen:

Yoga mit Kindern

Brauchen Kinder Yoga?

Kinder versinken ohne Yoga ruhig mit Phantasie und Konzentration im Spiel, bauen Türme im Fersensitz, klettern fast überall und rennen stark durch die Welt. Yoga kann in einer Welt, in der Kinder viel und schnell erleben, ein Ausgleich sein. Im Yoga machen Kinder Bewegungsspiele und erfahren ihren Körper in schnellen und in langsamen Bewegungen. So lernen sie, ihre Bewegungen zu koordinieren und achtsam mit ihrem Körper umzugehen. In Spielen entdecken sie ihren Atem und erleben, dass der Atem beruhigen oder auch wach machen kann. Wenn sie in Yogahaltungen, die ihr Gleichgewicht fordern, verweilen, erfahren sie, dass sie sich konzentrieren können.

Yoga für Kinder ab 4 Jahren

Was bringt Kindern Yoga für ihr Leben?

Mit Yoga lernen Kinder, sich selbst wahrzunehmen und wach mit allen Sinnen ihre Umgebung zu erforschen. Ältere Kinder lernen Yoga als Methode kennen, die sie auch in kniffligen Situationen anwenden können, um in der Situation gelassen zu handeln. Wie ein Werkzeug können Kinder Yoga in verschiedenen Lebensumständen anwenden: Wenn ein Kind mal viel sitzt, kann es drinnen in kurzer Zeit und auf kleinem Raum die Muskeln kräftigen und dehnen. Wenn ein Kind mal aufgeregt ist, kann es sich mit Yoga beruhigen. Wenn ein Kind mal sehr müde ist, kann es im Yoga wieder Kraft und Energie tanken.

Wer kann Kinderyoga machen?

Schon als Babys können die Kleinen im Babyyoga mit Massagen und koordinativen Bewegungen vertraut werden. Wenn Eltern Yoga machen, machen Kinder oft mit, weil sie sie nachahmen. Ab 3-4 Jahren können Kinder zu einem Yogakurs gehen.

Was machen Kinder im Yoga?

Eine Stunde in einem Yogakurs dauert ca.30-60 Minuten. Der Ablauf kann so aussehen:

  • Vorbereitung auf die Stunde: Bewegungsspiel, Impulse der Kinder aufgreifen und integrieren
  • Geschichte oder Rollenspiel mit Körperübungen, sogenannten Asanas, wie z.B. „Hund“ oder „Delphin“ und mit Atemspielen, wie z.B. der „Affenatem“
  • Abschluss: Körperwahrnehmung, Sinneswahrnehmung oder Fantasiereise

Zu Beginn der Yogastunde wird der Körper aufgewärmt und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder integriert: Kinder bewegen sich z.B. zu einer Trommel, die schnelle, langsame, laute und leise Rhythmen spielt. In Geschichten spielen Kinder mit den Asanas. Dort stellen sie die Natur dar, wie z.B. einen starken Baum, ahmen den Charakter eines Tieres nach, wie den mutigen Löwen oder schlüpfen z. B. in die Rolle eines Kapitäns oder einer Zauberin. Im Yoga sind Kinder laut, wild, leise und ruhig, erfahren ihre Gefühle und lernen mit ihnen umzugehen. Am Ende der Stunde erleben Kinder eine Fantasiereise, machen ein Spiel für ihre Körperwahrnehmung oder ein Spiel für ihre Sinne.

Zuhause können Eltern mit ihren Kindern einzelne Yogahaltungen spielen, je nach Zeit, Ausdauer und Bedürfnis.

Yoga mit Kindern zuhause ausprobieren

Welche Ausstattung brauchen Kinder?

Im Kurs ist eine Yogamatte sinnvoll, oft gibt es Matten vor Ort. Zuhause reicht auch ein rutschfester Teppich. Wegen der Dehnung und Kräftigung von Muskeln brauchen Kinder bequeme Kleidung, also ein (T-) Shirt und eine Sporthose oder eine Leggins. Barfuß zu spielen gibt Kindern die Möglichkeit, ihre Füße stärker wahrzunehmen und nicht weg zu rutschen. Wenn ruhiger geübt wird, können sie aber auch Socken anziehen.

Worauf sollte man beim Yoga achten?

In bestimmten Asanas ist ein voller Magen unangenehm, wie z.B. in der Bauchlage. Deswegen wird empfohlen, 1-2 Stunden vorher nichts oder keine Hauptmahlzeit mehr zu essen. Hungrige Kinder können allerdings schon eine Kleinigkeit vor dem Yoga zu sich nehmen, wie eine Banane, ein kleines Stück Brot, ein Smoothie oder ein Shake.

Bestimmte Informationen können für Kursleiter wichtig sein, z.B. wenn Kinder Asthma haben.

Kinderyoga daheim ausprobieren mit ideas4parents

Welche Formen von Yoga gibt es?

Neben Kinderyoga gibt es immer mehr Angebote: Klangyoga, Capoeira und Yoga, Yoga für Kind und Eltern zugleich. Gemeinsamkeiten sind die körperliche Fitness, die Konzentration, die Kreativität und die Sinneserfahrung.

Was macht Yoga so besonders?

Kinder sollen einen Raum haben, in dem sie Freude am Entdecken und Lernen entwickeln und ihr eigener Lehrer werden.

Die Stärke und Ruhe, die Kinder auf der Yogamatte erfahren, können sie auch im täglichen Leben erfahren: Trotz stressiger Zeiten oder trotz Gefühlsstürme haben sie einen ruhigen und starken Anker in sich, zu dem sie jeder Zeit zurückkommen können.

Manche Menschen machen Yoga, ohne es zu wissen. Sie haben die Haltung eines Yogis und können auch so Fußball spielen. Sie suchen immer wieder neu einen Weg, auf dem sie aufmerksam, konzentriert, kreativ, koordiniert und fair spielen können. Manchmal scheitern sie auch, stehen nach einer Weile wieder auf und gehen ihren Weg weiter. Wenn Dein Kind also im Kinderyoga nicht seinen Platz findet und lieber zum Kampfsport geht oder Schach spielt, kann es trotzdem die Einstellung eines „Yogi“ haben.


Vielen Dank liebe Gila für diesen ersten Überblick über das spannende Thema Kinderyoga!

Das hört sich auf jeden Fall vielversprechend an und ist mit Sicherheit eine gute Bewegungsalternative für meine Jungs.

Und für alle, die ihre Kinder noch zu keinem professionellen Yoga-Kurs schicken wollen oder Yoga erst einmal ohne Druck ganz unkompliziert daheim ausprobieren wollen, hat ideas4parents die tolle Montagsreihe „Kinderyoga mit Gila“ ins Leben gerufen: kurze Übungsvideos für zuhause zum reinschnuppern, nachmachen und Spaß haben!

Folge Eins „Kinderyoga mit Gila“: Der Hund

Wenn du jetzt auch auf den Geschmack gekommen bist und Kinderyoga auch einmal ausprobieren möchtest, dann gibt es alles Wissenswerte dazu im Blog von ideas4parents oder direkt auf ihrem YouTube Channel. Natürlich bist du dort herzlich willkommen!

Silvia

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Yoga mit Kindern: ein Überblick von ideas4parents

2018-01-05T15:26:31+00:00 Kategorien: Kinderwelt|Tags: , |

2 Kommentare

  1. Melanie 21. November 2017 um 19:36 Uhr - Antworten

    Hallo Silvia,

    ich würde Kinder-Yoga ja wahnsinnig gerne mit meinem Kleinen ausprobieren. Aber dafür ist er einfach viiiiieel zu zappelig und immer in Aktion. Ich denke damit muss ich wohl noch warten, bis er sich zumindest ansatzweise darauf konzentrieren kann.Vielleicht dann nächstes Jahr wenn er drei wird. Dann komme ich auf diesen Artikel zurück.

    Liebe Grüße Melanie
    lalemie.de

    • Silvia 22. November 2017 um 16:46 Uhr - Antworten

      Hallo Melanie,
      ein richtiges, koordiniertes „Mitmachen“ ist denke ich erst so ab drei Jahren wirklich machbar. Primo wird bald vier und ihm macht es Spaß die verschiedenen Yoga-Posen zu probieren. Piccolo mit seinen knapp 2 „zappelt“ da halt mit rum 🙂 Aber es muss ja auch kein perfektes Yoga sein. Hauptsache alle haben ein Spaß!

      LG Silvia

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