Resilienzberaterin Tanja Bächmann erklärt, warum Akzeptanz im Mama-Alltag wichtig für die Psyche ist und gibt Tipps, wie du auch in schwierigen Situationen etwas für dich selbst tun kannst.

„Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ – zu gerne würdet ihr sicherlich diesen Satz rufen wollen, um dem aktuellen Corona-Alltag zu entkommen.

Kurz und knallhart: bringt leider nichts! Dr. Bob & Co werden nicht mit dem Heli herbeifliegen, um euch zu holen.

Wir können uns noch so viel aufregen über die aktuellen Vorgaben und Beschränkungen: Es kostet uns nur unglaublich viel Energie. Und, dass wir uns in dieser Zeit nur mit negativen Dingen schadet darüber hinaus unserer Psyche.

Es hilft nur Akzeptanz oder „das Beste daraus machen“ – wie man so schön sagt.

Akzeptanz und Resilienz

Akzeptanz ist in der Resilienz – das ist die psychische Widerstandskraft –  ein wichtiger Schlüsselfaktor.

Es ist wichtig, Dinge zu akzeptieren die man nicht verändern kann. Wir müssen weg vom Problemdenken und hin zum Lösungsdenken. Also nicht nur schimpfen und sich ärgern. Versucht auch das Gute an der aktuellen Situation zu sehen.

Akzeptanz als Schlüsselfaktor der Resilienz

Resilienz-Karten zur Visualisierung der Schlüsselfaktoren

Natürlich ist es vollkommen in Ordnung, über eine neue Vorgabe erstmal wütend, enttäuscht und ratlos zu sein. Gebt dem ruhig Raum – aber nicht mehr als 1-2 Stunden. Danach legt ihr den Schalter um, und überlegt euch, wie ihr die Situation lösen könnt.

Denn Hand aufs Herz, das ist doch der Alltagsjob von uns Mamis!

Akzeptanz und Selbstfürsorge

Wer nach „Wie überstehe ich den Lockdown mit Kindern“ googelt oder in Zeitschriften nachliest, bekommt wunderbare Listen mit vielen Ideen. Aber nicht alles davon ist auch für jeden umsetzbar. Jede Familie ist anders und hat ihre eigenen Voraussetzungen und Bedürfnisse.

Mein Vorschlag: Wagt einen neuen Ansatz!

Checkt mal euer Wertesystem und wie viel von euren Werten in der aktuellen Situation erfüllt sind. Das Wertesystem ist unser Autopilot – unser Unterbewusstsein. Es entscheidet maßgeblich darüber, ob ihr euch über eine Situation ärgert oder freut. Und auch darüber, ob ihr euch wohl fühlt, ausgeglichen oder angespannt seid.

So findet ihr heraus, was euer Wertesystem ausmacht:

  1. Legt Stift und Zettel bereit
  2. Überlegt euch 8 Punkte zu der Frage: „Was ist mir im Leben richtig wichtig“
  3. Schreibt diese 8 Punkte auf den Zetteln und schneidet sie anschließend aus
  4. Sortiert die Stichpunkte nach eurer Priorität
  5. Schaut euch die Top 3 Stichpunkte genau an
  6. Geht in euch: Werden diese Werte gerade erfüllt?
  7. Wenn Ja, wodurch. Wenn Nein, dann überlegt euch, mit welchen Maßnahmen oder Veränderungen euer Wert bedient werden kann.
  8. Setzt euere Maßnahmen auch tatsächlich um!

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass vor allem Punkt 6 und 7 manchmal etwas tricky sein können.

Ein Beispiel: Ist in eurem Wertesystem “Fürsorge” sehr weit oben, dann fühlt ihr euch vielleicht unzufrieden, weil

  • Ihr das Gefühl habt, zu wenig Zeit für eure Kinder zu haben
  • Ihr das Gefühl habt, mehr für euere Freunde da sein zu wollen
  • Ihr das Gefühl habt, euch nicht genug um euch selbst zu kümmern

Wenn dies alles zutrifft, dann überlegt euch jeweils, was ihr tun könnt. Zum Beispiel könnte das sein:

  • Plant ganz konkrete Zeitslots mit euren Kindern ein und macht Dinge, die ihr sonst sehr selten macht (z.B. Malen mit Wasserfarben).
  • Deine Freunde kannst du mit einem Brief, einem Päckchen oder einer ganz persönlichen, positiven WhatsApp-Nachricht eine Freude bereiten.
  • Überlege, was dir selbst guttut. Vielleicht ist es die Badewannenauszeit, die Sporteinheit oder einfach in Ruhe und alleine einen Kuchen zu backen. Das musst du kommunizieren! Sag deiner Familie klar, dass es diese Woche es 1-2 Stunden „Mami-Time“ gibt und nur in absoluten Notfällen einer stören darf.

Die aktuelle Situation verlangt von euch allen viel ab. Hier heißt es Stress vermeiden und Resilienz steigern, um einem Burnout vorzubeugen.

Noch kurz in eigener Sache: Meine Website befindet sich aktuell im Umbau und ihr findet deshalb keine Information rund um die Resilienz oder das Wertesystem. Wenn Interesse besteht, würde ich für euch ein Online-Seminar (Dauer 2h) rund um das Wertesystem auf die Beine stellen. Eine schöne Runde abends – wenn die Kids im Bett sind – von rund 15 Mädels für je 25 EUR. Schreibt mir einfach eine Email an tb@tb-ziel.de

Bleibt gesund und viel Kraft!

Eure Tanja

About: Tanja Bächmann

Resilienzberaterin Tanja Bächmann

Tanja Bächmann ist Resilienzberaterin, Naturpädagogin, Trainerin und Mutter von einer Tochter (1,5 Jahre). Seit über 6 Jahren ist die gebürtige Bambergerin selbständig tätig im Bereich der Führungskräfte- und Persönlichkeitsentwicklung sowie der Organisationsberatung. Bei allen Ihren Tätigkeiten hat sie die seelische Widerstandskraft (Resilienz) ihrer Kunden im Blick.  2018 gründete Sie mit ihrem Mann die „Naturentdecker“ und führt mit Leidenschaft Kinder und ihre Begleiter in die Geheimnisse der Natur auf spielerischer Art und Weise ein.