Zur Zeit läuft im Radio diese lustige Serie: die Future Family. Als Einstieg sagt der Junge darin immer diesen Satz: „Meine Mama kann alles. Außer Haushalt“.  Immer wenn ich dies höre, muss ich lachen. Denn er passt so super zu meiner eigenen Lebensphilosophie: Mut zur Lücke! Klar, wer mag schon gerne Haushalt? Die Wenigsten. Und ganz ohne geht es leider auch nicht. Zumindest nicht, wenn man nicht im Dreck und Müll versumpfen will und ab und zu auch etwas essen möchte.

Und Haushalt ist viel Arbeit. Katharina von Kinderleute hat einmal aufgeschrieben, wie viel Zeit sie in einer Woche in dieses Thema investiert. Insgesamt waren es 49 Stunden. NEUNUNDVIERZIG! Das bisschen Haushalt macht sich eben nicht von ganz allein. Nun bin ich ein Freund von Priorisierung. Und ich quäle mich auch nicht gerne selbst. Deswegen habe ich schon vor langer Zeit beschlossen, zwei Dinge einfach nicht zu tun: Kochen und Bügeln.

Wie, du kochst nicht?

Ich koche nicht, gar nicht. Meine Küche ist Deko, wirklich echt. Die meisten können sich das gar nicht vorstellen, wenn ich das so erzähle. Wie, nicht kochen? Aber das ist doch quasi ein MUSS für Mamas. Für die Guten zumindest. Stichwort gesunde Ernährung. Aber was soll ich sagen. Ich kann es einfach nicht. Und ich will es auch nicht können. Ich habe überhaupt keinen Spaß daran und die Zeit am Herd empfinde ich als vergebliche Lebensmühe. Ich habe vor der Geburt meiner Kindern nicht gekocht, und danach hat sich auch kein Gen aktiviert, so dass es mir plötzlich locker von der Hand ginge oder ich Freude daran hätte.

Gut, ein paar Nudeln oder Kartoffeln oder Fischstäbchen bekomme ich natürlich schon hin. Genauso, wie ein Päckchen Knorr Fix aufzureißen. Ich mag es eben bequem und schummele auch zwischendurch. Aber das ist nicht wirklich kochen, oder? Für mich ist es einfach ein Mysterium, wie man aus nackten Rohstoffen ein leckeres Gericht zaubern soll. Ein paar Mal habe ich es versucht… frage nicht! Und es geht ja nicht nur um das Kochen per se, sondern auch um das Einkaufen dafür. Frisch zu kochen bedeutet schließlich auch, frische Zutaten zu Hause zu haben, in der richtigen Kombination, zum richtigen Zeitpunkt. Wie gesagt: ein Mysterium.

Und bevor du fragst: Nein, ich koche auch keine Babybreie. Normalerweise spreche ich das nicht so offen aus. Das ist nämlich nichts, womit du den Beste-Mutti-des-Monats-Preis gewinnst. Die Realität ist, bei meinen Jungs ging es vom Stillen direkt in die Glässchenkost über. Dabei habe ich es tatsächlich versucht. Als Primo soweit war, habe ich Karotten gekauft, und Kartoffeln, und Kürbis. Dafür betrat ich das erste Mal einen Bioladen. Aber ganz ehrlich, keine Ahnung, wie man richtig dämpft. Die ersten Karotten sind mir gleich mal im Topf angebrannt. Und so wie ich das Gemüse totgekocht habe, waren da wahrscheinlich keine Vitaminüberlebende mehr. Primos Begeisterung hielt sich ebenfalls in Grenzen. Aufgetautes hat er schlichtweg verweigert. Jeden Tag eine Miniportion frisch zu kochen, hat mich einfach überfordert, allein schon die Logistik hierfür. Gläschen hingegen fand er super. Und ich auch. Und das war das.

Bügeln? Braucht kein Mensch

Meine zweite Unleidenschaft ist das Bügeln. Nicht, dass ich da aus Erfahrung sprechen würde. Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein einziges Stück gebügelt. Ich besitze kein Bügeleisen, geschweige denn ein Brett. Bügeln ist doch eine absolute Zeitverschwendung. Lebenszeitverschwendung. Ich habe erst gar nicht damit angefangen. Allerdings laufe ich auch nicht zerknittert umher, als hätte ich in meiner Kleidung geschlafen. Dass ich nicht bügle, fällt keinem auf. Zumindest hat bis jetzt noch niemand etwas gesagt, und spätestens meine Mutter hätte bestimmt irgendwann Einspruch erhoben…

Bügeln kann man umgehen. Durch die Wahl pflegeleichter Materialien und vor allem durch die richtige Technik beim Waschen. Außer bei Handtüchern oder Bettwäsche lade ich die Waschmaschine nie bis oben hin voll. Darüber hinaus stelle ich das Schleuderprogramm auf höchstens 800 Umdrehungen. Das wichtigste aber ist es, die Kleidung möglichst sofort nach Ende des Waschprogramms aus der Maschine zu nehmen, sie auszuschütteln und fein säuberlich aufzuhängen. Wenn sie erst einmal ein paar Stunden nass in der Trommel gelegen hat, ist sie vollkommen zerknittert. Da hilft dann nur noch, sie noch einmal durch das Kurzprogramm zu schicken.

Hemden und Blusen gehören auf einen Bügel, der oberste Knopf geschlossen. Alles andere schön breit auf die Leine hängen. Wäscheklammern versuche ich zu vermeiden, den sie hinterlassen hässliche Abdrücke. Die getrocknete Wäsche niemals einfach in den Wäschekorb schmeißen und vergessen. Sonst war die ganze Arbeit umsonst. Also lieber noch einen Tag hängen lassen, wenn du im Stress bist. Ich falte die Kleidung direkt von der Leine herunter. Das gleiche gilt für den Trockner. Jeans & Co. am besten noch warm glatt streichen und falten. Andernfalls droht auch hier der Knitteralarm.

Das alles klingt erst mal sehr kompliziert und ziemlich anstrengend. Keine Sorge, dass ist es nicht. Vor allem nicht, wenn man die Alternative dazu bedenkt: stundenlanges Bügeln, wo man die Zeit doch soviel sinnvoller verbringen könnte!

Mehr Mut zur Lücke

Ich koche nicht. Ich bügle nicht. Bei dieser Aussage stehen mir meistens Menschen mit offenen Mündern und ungläubigen Blicken gegenüber. Doch ich kann deutlich sagen: Es ist möglich. Bei uns zu Hause gibt es eben keine „Schwarzen Linguine an leichter Tomaten-Avocado-Salsa – Jus“, sondern Wienerle an Salzkartoffeln. Und sollte ein Kleidungstück trotz perfektem Aufhängprozess zerknittert daherkommen, so hat es keinen Platz in meinem Kleiderschrank verdient. So ist es einfach.

Liebe Mamas da draußen. Dieses Motto gilt natürlich nicht nur für das Kochen und Bügeln. Müssen MÜSST ihr gar nichts. Der Mut zur Lücke wird belohnt durch mehr Freiheit und Zufriedenheit, zumindest für euch selbst. Auch wenn sich die Begeisterung anderer in Grenzen hält. Und das ist erlaubt. Auch für Mamas.

Silvia

Bildquelle: Gratisography / @Ryan McGuire