Nach der Geburt von Piccolo fühlte ich mich sehr unwohl in meinem Körper. Aufgrund der vorliegenden Diastase und des damit verbundenen nach vorne gewölbten Bauchs fühlte ich mich unförmig und hässlich. Ein paar unbedachte Kommentare von Freunden und Verwandten taten ihr übriges – ich wollte meinen alten Körper wieder zurück. Wenigstens fast. Daher suchte ich nach einer Trainingsmöglichkeit, die genau dieses Problem des nicht verschwinden wollenden Babybauchs anspricht. Zuerst versuchte ich das Programm von Gymondo „Bye bye Babybauch – Diastase“. Nachdem mir dies jedoch einfach nicht weitreichend genug war, versuchte ich mein Glück mit dem MuTu-System.

Das MuTu-System

Das MuTu-System ist ein Rückbildungs- und Fitnessprogramm, das speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen von Müttern ausgerichtet ist. Oder besser gesagt, ein Programm, dass sich vor allem auf die Problemzonen von Frauen nach einer Geburt konzentriert. Im Wesentlichen bedeutet dies die Stärkung des Beckenbodens und die Behebung von Dysfunktionen wie der Belastungsinkontinenz, der Schließung eines vorliegenden Diastase-Spalts und die Kräftigung der Körpermitte. Das zusätzliche angebotene Fitnessmodul hilft dir darüber hinaus mit geeigneten Workouts und Ernährungstipps beim Gewichtsverlust.

How to get startet: das Organisatorische

Das MuTu-Programm ist für den heimischen Gebrauch konzipiert. Dabei hast du die Wahl zwischen dem reinen, zeitlich unbeschränkten Online-Zugang, wo du alle Workouts streamen und downloaden kannst, und einer zusätzlichen DVD. Angeboten werden das acht wöchige Basisprogramm, zur Wiederherstellung der Beckenbodenfunktionen, sowie das zwölf wöchige Fitnessprogramm, welches neben der Beckenbodenbasis auch die allgemeine Fitness erhöht und die Figur formt. Da ich weniger funktionelle als vielmehr kosmetische Probleme mit meinem Körper hatte, habe ich mich für das Zwölf-Wochen-Rundumpaket entschieden.

Das Credo: Mach dir keinen Stress

MuTu möchte in keinem Teilbereich des Programms Druck aufbauen. Sei es bei den Übungen, der Ernährung oder beim Durchhaltevermögen – tu, was dir gut tut, ist die Devise. Und wenn du mal keine Zeit oder Lust hast, dann mach ein anderes mal weiter. Keine schlechte Strategie, wo doch bei allen anderen Fitnessprogrammen das „Überwinden des inneren Schweinehundes“ und das Durchhaltevermögen ein wichtiges Thema sind. So wird man bei normalen Fitnessportalen auch gerne per Email oder SMS daran erinnert, dass am nächsten Tag das neue Workout ansteht oder ein anderes nicht gemacht wurde.

Einführung ins Programm

Das Online-Portal des MuTu-Programms ist sehr übersichtlich und selbsterklärend aufgebaut. Du wirst Schritt für Schritt durch die Einführung und die Workouts geführt. Bevor du aber mit dem Training überhaupt anfängst, werden dir in einem Motivationsvideo Hintergrund, Zielsetzung und Aufbau des Programms erklärt. Grundlage von MuTu sind dabei die vier Bausteine: richtiges Laufen, tägliche Beckenbodenstärkung, intensive Workouts und gesunde Ernährung.

Darüber hinaus werden dir in kleinen Videos, den sogenannten Science Classes, medizinische Hintergründe und Wirkungszusammenhänge von Beckenbodendysfunktionen erklärt – und auf welche Weise das Programm die Behebung dieser angeht.

Während der Trainingseinheiten kommen ein Elastikband, ein kleiner Pilatesball und verschiedene Gewichte zum Einsatz. Bis auf das Theraband müssen jedoch keine Hilfsmittel extra gekauft werden. Vor den Workouts werden dir adäquate, in jedem Haushalt zu findende Alternativen empfohlen: zum Beispiel ein Handtuch, ein Kissen oder ein kleiner Spielball. Ich bin mit diesen Alternativen gut zurecht gekommen.

Die vier Bausteine von MuTu

Ganz ehrlich, die Bausteine „richtiges Laufen“ und „gesundes Essen“ habe ich mehr oder weniger weggelassen. Jeden Tag gelaufen bin ich natürlich schon. Wer tut das nicht mit Baby und/oder Kleinkind daheim? MuTu empfiehlt jedoch zügiges Schreiten mit flachen Schuhen, ja sogar möglichst mit Barfußschuhen. Bei mir war das mehr ein Mit-dem-Kinderwagen-und-Baby-im-Tragetuch-zum-Spielplatz-Laufen. Alles andere passte einfach nicht mehr in meinen Tag.

Und das Thema gesundes Essen? MuTu empfiehlt die Ernährung nach der Paleo-Diät, bei der man im Wesentlichen auf industriell verarbeitete Lebensmittel verzichtet. Außerdem ist alles verboten, was Spaß macht, also Junk Food, Zucker, Koffein, Alkohol und natürlich Kohlenhydrate. Auf den Speiseplan gehören nur noch Früchte, Gemüse, Nüsse sowie Bio-Fleisch und -Fisch. Für mich ist das nichts. Nicht, dass ich keine Früchte mag, aber ohne Schokolade und Kaffee überstehe ich keinen Tag…

Die täglichen Beckenbodenübungen sowie die intensiven Workouts haben mich dagegen überzeugt. Zunächst hatte ich bei den Tagesübungen Bedenken, ob diese leichten Kraft- und Dehnungsübungen etwas bewirken. Als richtig anstrengend empfand ich sie nicht. Jedoch bereits am vierten Tag machten sich an den ersten Stellen kleine Muskelkater bemerkbar. Daraufhin dennoch die Übungen zu absolvieren, bedurfte schon einer kleinen Überwindung.

Richtig überrascht hatten mich die in Woche Drei startenden Intensiv-Workouts. Nach meiner Gymondo-Erfahrung und den bisherigen MuTu-Bestandteilen ging ich davon aus, dabei nicht einmal ins schwitzen zu kommen. Dass ich während dem ersten Workout fast kollabiere, hätte ich sicherlich nicht erwartet. Vielleicht war auch gerade die Erwartungshaltung das Problem. Alle Workouts sind 20 Minuten energetisches Intervalltraining mit Gewichten. Danach spürst du, was du getan hast!

Trainingsplan

Das Programm beinhaltet einen Trainingsplan für zwölf Wochen, wobei diese zwölf Wochen wiederum in vier Phasen untergliedert sind. Zur nächsten Phase solltest du immer erst dann wechseln, wenn du dich bereit und fit genug fühlst. Dementsprechend kann die Absolvierung des Programm auch deutlich länger dauern. Die Wochenpläne bauen aufeinander auf, die Intensität des Trainings nimmt dabei über die Wochen zu. Die Wochenpläne selbst sind ähnlich aufgebaut mit Beckenbodenübungen, Workouts, Tipps zum richtigen Laufen oder der Ernährung. Überfordert mit ständig wechselnden Übungen wird man allerdings nicht.  Insgesamt gibt es  jeweils nur vier verschiedene Beckenbodenübungspläne und Workouts, die sich im späteren Programmverlauf abwechseln.

Fazit

Das MuTu-System ist klasse. Das Programm gibt es zwar nur in der Originalsprache Englisch, ich hatte jedoch keíne Probleme, den Übungen zu folgen. Nach ein paar Wochen war mein Schwangerschaftsbauch dann auch schon deutlich weniger geworden. Viel wichtiger aber war, dass ich mich wieder wohler in meinem Körper fühlte: fitter, sportlicher, straffer, sexy. Wenn du keinerlei Beckenbodenprobleme hast und keine Diastase vorliegt, kannst du das gleiche Ergebnis sicherlich auch mit einem normalen Training erreichen. Wenn du allerdings, wie ich, an einer aus Schwangerschaft und Geburt resultierenden Dysfunktion leidest, ist MuTu die bessere Wahl und meine klare Empfehlung. Hier wird an genau diesen Schwächen gearbeitet – fokussiert und zielgerichtet. Hier kannst du dir das Mutu-Programm* selbst einmal genauer ansehen.

Deine Silvia

Bildquelle: pixabay

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