Wer will keinen Gartenpool? Sich mit glitzerndem Wasser zu Füßen und Cocktail in der Hand die Sonne aufs Haupt brennen lassen. Die kühle Erfrischung stets nur ein paar Schritte entfernt. Das ist zumindest die Idee, der Traum des Pools im heimischen Gartenidyll. Als wir uns vor zwei Jahren unser Häuschen gekauft haben, war in dessen Garten tatsächlich so ein nasser Traum bereits vorhanden. Wir freuten uns wie Schnitzel. Leider sollte dieser Traum schon bald zum Alptraum mutieren.

Der Pool musste verschwinden.

Du schlägst vielleicht jetzt die Hände vorm Gesicht zusammen: Was für ein Frevel! Doch glaub mir, wir hatten dafür gute Gründe:

Die Sache mit der Kindersicherung

Als wir das Haus kauften, hatten wir ein Krabbelbaby. Das Jahr nach unserem Einzug dann einen Kamikaze-Zweijährigen plus ein Neugeborenes. Den Pool schützte nur eine normale Plane vor den gröbsten Verschmutzungen. Sprich, für unsere Jungs war es die reinste Todesfalle. Und sie würde es auch noch die nächsten Jahre bleiben. Er musste also kindersicher gemacht werden. Nach längerer Recherche waren für uns diese Möglichkeiten denkbar:

Ein Pool- bzw. Teichzaun

Der Poolzaun ist wohl die einfachste und günstigste Möglichkeit den Gartenpool kindersicher zu machen. Schön ist natürlich anders, zumal wir aufgrund der Größe und Position des Pools unseren halben Garten hätten wegzäunen müssen.

Eine trittsichere Plane

Wie der Name schon andeutet, sind trittsichere Planen stabiler als normale Planen. Aufgrund von Querverstrebungen sacken diese Planen nicht nach unten weg, wenn beispielweise ein Kind drauftritt oder -fällt. Allerdings heißt dass nicht, dass du beliebig auf diesen Planen herumlaufen kannst. Bricht eine Verstrebung, ist oftmals der komplette Austausch der Plane notwendig.

Hinzu kam, dass wir aufgrund der Achterform unseres Pools erst einmal ein stabiles, rechteckiges Fundament um den Pool hätten bauen müssen, um die Plane überhaupt befestigen zu können.

Ein Pooldach

Das Pooldach ist eine Kuppel über dem Pool, das Kinder zuverlässig vor unfreiwilligen Bädern schützt. Bei einer hochwertigen und kindersicheren Ausführung ist so ein Pooldach jedoch schon eine nicht zu verachtende Investition. Mal abgesehen davon, dass wir auch hier erst ein anständiges Fundament um den Pool hätten bauen müssen.

Ein Pooldeck

Das Pooldeck ist natürlich der Oberhammer und wir haben uns diese Art der kindersicheren Abdeckung auch tatsächlich länger überlegt. Denn was wir am Pooldeck so genial fanden ist, dass du  hier die Poolfläche wieder als Nutzfläche zurückbekommst: als Terrassen- oder Spielfläche. Natürlich dachten wir dabei nicht an die Premium-Variante vom Video (wobei die ja schon Mega ist 🙂 ) Vielmehr schwirrte uns dabei eine Low-Budget-Version mit viel Eigenanteil im Kopf umher.

Die Sache mit den Kosten

Ein schöner und kindersicherer Gartenpool kostet Geld, und das nicht zu knapp. Nun hatten wir zwar den Luxus, dass bereits ein Pool vorhanden war,  doch um diesen kindersicher zu gestalten, hätten wir noch einiges nachrüsten müssen. Unabhängig davon mussten wir auch an die anderen Kosten denken:

Zunächst möchte ein Pool mit Wasser befüllt werden – und zwar jedes Jahr aufs Neue (abzüglich des Bodensatzes, der auch im Winter darin stehen bleiben muss). Laut Poolkostenrechner hätte uns das mehrere hundert Euro gekostet. Darüber hinaus benötigst du zur richtigen Poolpflege eine guten Filter und diverse Chemikalien. Beides nichts, was man im Discounter findet.

Neben dieser rein finanziellen Investition musst du auch noch den zeitlichen Aufwand zur Poolreinigung, Wasserpflege und zur Sommer- und Winterfit-Machung rechnen. Dieser Punkt ist wichtig, denn bei einer nicht ordnungsgemäßen Pflege verwandelt sich dein Pool schnell in ein Bakterien- und Algen-Moloch.

OK. Der Gartenpool musste raus

Alles in allem war uns der Pool einfach nicht den Aufwand wert. Für dieses Geld können wir oft – sehr oft – das Freibad besuchen. Zumal der Pool aufgrund seiner Tiefe die nächsten Jahre für unsere Jungs noch gar nicht nutzbar sein würde: ein Planschbecken reicht ihnen vollkommen aus.

Also wurden wir ihn los. Falls du dich jetzt fragst, wie man schnellstmöglich und ohne Garantien einen Pools los wird: Du verschenkst ihn auf Ebay. Das gab ein Aufruhr kann ich dir sagen! Auf jeden Fall gehörte unser Gartenpool 24 Stunden später der Vergangenheit an.

Zerstörter Garten, nachdem der Gartenpool entfernt wurde

Und weil wir schon dabei waren

Das Betonbett des Pools musste dann allerdings doch mit einem Bagger eingerissen werden. Und nachdem unser Garten danach eh aussah wie Sau, beschlossen wir einfach weiter zu machen: Wir rissen ein paar Bäume und Büsche heraus und schütteten die leichte Hanglage unseres Gartens auf. Danach nur noch alles neu ansäen, den Zaun wieder aufstellen und die kahlen Stellen neu bepflanzen. Mein Mann war froh, als der Herbst mit seinem Regen die Gartenarbeit zwangsbeendete 🙂

Garten ohne Gartenpool, aufgeschüttet und angesät

Doch es hat sich gelohnt: Heute habe wir eine schöne, große, gerade Rasenfläche, die nur darauf wartet in einen Ort des Spiel- und Spaßes für die Kinder und einen Ort des Entspannens für uns Erwachsene verwandelt zu werden. Wie genau wissen wir allerdings noch nicht. Auf jeden Fall sollte es ausgefallen sein – du kennst mich ja 🙂

Garten, nachdem der Gartenpool entfernt wurde

Hast du eine Idee? Wie hast du deinen Garten gestaltet? Was sind deine absoluten Top-Spaß-Bringer für die Kinder? Wovon sollte ich lieber die Finger lassen?

Projekt Garten geht bald in die zweite Runde. Sei dabei 🙂

Silvia