Ach. Schuhe, Schuhe, Schuhe. Wie sind sie doch schön. Und wer von uns hat eigentlich nicht viel zu viele davon? Und wer trägt eigentlich nicht immer die selben, während andere wie Trophäen im Schrank ihr Dasein fristen? Gerne blättere ich durch Modezeitschriften und erfreue mich an den ausgefallenen Schuhen, die dort gezeigt werden. Meistens ist der erste Gedanke: „Boah, wie geil, muss ich auch haben!“ Allerdings zerplatzt der Traum dieser Schönheiten meistens genau so schnell wie er kam. Der Blick auf den Preis lässt mich dabei fast in Ohnmacht fallen.

Die Frauen und die Schuhe

Doch warum lieben wir Frauen Schuhe eigentlich so? Laut einer Studie der Universität Kansas sind Schuhe für Frauen ein Objekte der Identität sowie Spiegelbild ihres Charakters und ihrer Emotionalität. Nach dem Motto: Zeig mir deine Schuhe und ich sage dir, wer du bist. Der Erklärungsversuch aus der Evolutionsbiologie kommt da schon etwas unromantischer daher. Hier ist der Schuh ein Werkzeug der Frau, um für den Mann attraktiver zu bleiben. Kurzgefasst: Biologisch gesehen möchte der Mann mit möglichst vielen verschiedenen Frauen Nachkommen zeugen und der Schuh bietet der Frau die Möglichkeit für ihren Mann immer wieder anders auszusehen. Das steigert dann die Attraktivität…. o.k.?

Aller Studien und Forschungen zum Trotz möchte ich an dieser Stelle auch noch eine weitere These für unsere Schuhliebe aufstellen: Wir lieben Schuhe, weil Schuhe immer gehen! Egal wie wohl oder unwohl wir uns in unserer Haut fühlen; neue Schuhe machen uns glücklich.

Schuhen ist mein After-Baby-Body egal

Nach meinen Schwangerschaften hatte ich den unglaublich starken Drang, mich neu einzukleiden. Vielleicht weil ich die drei Pullis, die am Ende der Schwangerschaft im Dauereinsatz waren, einfach nicht mehr sehen konnte. Vielleicht weil die Geburt meiner Kinder jeweils den Anfang eines neuen Lebensabschnittes symbolisierten, in welche ich neu bekleidet starten wollte. Oder vielleicht weil ich einfach das Bedürfnis hatte, mich für die Schwangerschaft und Geburt selbst zu belohnen.

Das Problem war nur: Ich fühlte mich in allem unförmig und hässlich. Ja, ich sollte meinen After-Baby-Body umarmen, schließlich hat er mir meine Kinder geschenkt. In Wahrheit fühlte ich mich von ihm betrogen, weil er nicht einfach wieder in die alte Form zurückhüpfte. Und so empfinde ich immer noch. Dank meiner Rektusdiastase, die einfach nicht verschwinden möchte.

Nur Schuhe schauen immer super aus. An dieser Körperstelle habe ich schließlich auch noch die gleiche Größe wie vor meinen Schwangerschaften. Und während ich unter dem neuen T-Shirt argwöhnisch meinen vorstehenden Bauch betrachte, kann ich mich an neuen Schuhen ohne Einschränkung erfreuen. Mein Körper mag gerade rumzicken mit kleinen und großen Dellen, Streifen und Hängespeck. Meiner Liebe zu Schuhen kann dies jedoch nichts anhaben.

Schuhe sind mein Tröster und meine Belohnung

Neulich habe ich einen Artikel über den, wie es heißt, „Herrn der Schuhe“ Jürgen Ernst gelesen. Ein Schuhmacher der besonderen Güte. Er erstellt kleine Kunstwerke, die dann bei großen Modenschauen und in Filmen zum Einsatz kommen oder in den Schränken seiner gut betuchten Klientel ein neues Zuhause finden.

Und als ich dann da saß und diese Schuhwunder studierte, kam mir der Gedanke, dass auch wir Otto-Normal-Mamas es in Punkto Schuhe ruhig einmal krachen lassen könnten. Nicht unbedingt im monetären Sinne, nein. Vielmehr sollten wir unsere Bedenken, dass unsere Schuhe immer bequem, robust und spielplatztauglich sein sollten, einmal über Bord werfen und uns auch ein kleines Kunstwerk nach Hause holen. Als Belohnung. Als Schadensersatz. Als Glücklichmacher.

Ich verließ also meine Wohlfühlzone von weißen Sneakern und braunen Stiefelletten und entdeckte eine ganz neue, aufregende und halbwegs bezahlbare Schuhwelt:

Der Statement-Schuh

Diese Schuhe haben wirklich das Label „Kunstwerke“ verdient. Ich liebe jeden einzelnen davon, auch wenn ich noch mit mir hadere ob ich wirklich bereit bin für so ein Statement. Der Name: Irregular Choice. Die Botschaft: Hier bin ich!

Eine Stufe leiser geht es bei Dogo zu. Diese entzückenden Expemplare überzeugen mit den süßesten Prints:

 

Die Individualisten

Wieso nicht einfach einen eigenen Schuh kreieren? Eine günstigere Alternative zum selbst designten Maßschuh bieten beispielsweise Converse und Adidas an: die Personalisierung. Hier haben wir die Möglichkeit über einen  Konfigurator Material, Farbe und Muster eines standardisierten Modells selbst zu wählen. Und das wirklich für jeden Teilbereich des Schuhs: Hauptteil, Ferse, Innenfutter, Logo, Ösen und, und, und. So bekommen wir nicht nur einen Schuh, der genau zu uns passt, sondern auch noch ein Unikat ist. So wie wir.

Die Trendigen

Es wird Sommer! Auch wenn wir davon in diesen Tagen noch nicht soviel sehen. Und der Trend dieses Sommers ist wild und bunt und einfach nur zum knutschen: Ich sage nur Pom Pom! Beispielsweise wie hier von DelosArt, Dimitras Workshop und Sea, Sun and Sandals (über Etsy). Damit ziehen wir alle Blicke auf uns. Und die gute Laune gibt es noch mit oben drauf. Was will Frau mehr?

Also liebe Mamas da draußen: Ihr wartet seit Monaten darauf, wieder in eure alte Jeans zu passen? Der Bikini wird dank eurer Streifenlandschaft auf dem Bauch dieses Jahr nicht zum Einsatz kommen? Ihr fühlt euch unwohl in eurer Haut Pfeift drauf! Kauft euch geile Schuhe, denn Schuhe gehen immer 🙂

Silvia

dieser Artikel enthält Affiliate Links